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Bahnhof Cottbus

Bahnhof Empfangsgebäude um 1920, Fotograf unbekannt

In Cottbus befindet sich der größte Personenbahnhof im Land Brandenburg.  Er weist einen sehr lebhaften Reiseverkehr auf und liegt zu dem im Kreuzungspunkt der Hauptstrecken Leipzig/Halle-Falkenberg-Forst-Guben; Dresden-Großenhain-Ruhland-Senftenberg-Frankfurt/Oder sowie Berlin-Lübben-Spremberg-Görlitz/ Zittau.

Bereits 1864 liegt schon die Genehmigung für den Bahnbau vor. Sogar 2 Jahre später, am 13.09.1866, fahren die ersten fahrplanmäßigen Züge auf der Strecke zwischen Berlin und Cottbus (Streckenlänge von 115 km). Ab dem Zeitpunkt ist regelmäßig jeweils ein Zug für Personen- und Güterverkehr vom Cottbuser Bahnhof gefahren. Am 31.12.1867 wird die Strecke durch die Verbindung nach Görlitz erweitert. Bis 1870 ist es eher ein provisorisches Empfangsgebäude. Dann wird ein neues Gebäude eingeweiht, welches eine Insellage besitzt. So sind nördlich und südlich dieses Hauses die Bahnsteige vorzufinden. Am 20.04.1870 fährt die erste Eisenbahn über Ruhland nach Großenhain. In den Folgejahren kommen Verbindungen nach Guben, Falkenberg, Forst, Leipzig und Frankfurt/Oder dazu. Damit man zwischen den jeweiligen Bahnsteigen wechseln kann, wird 1876 der Bau eines 130m langen Tunnels beschlossen. Dieser wird am 16.05.1886 eröffnet.

Cottbus wird dadurch immer mehr zu einem Verkehrsknoten. Das sieht auch die Industrie so und lässt sich im Umfeld des Cottbuser Bahnhofs immer mehr nieder. Darunter wird  vor allem in Cottbus eine Vielzahl von Tuchfabriken gebaut.  Es kommt immer mehr zum Platzmangel am Bahnhof in Cottbus. Die Eisenbahnen müssen häufig rangieren und auch das Empfangsgebäude reicht kaum noch für alle Passagiere aus. So wollen im Jahr 1900 täglich noch 1500 Fahrgäste die Eisenbahn nutzen und 13 Jahre später sind es schon 3000 Fahrgäste am Tag. Daraufhin werden 1927 Ideen für einige Veränderungen eingeworfen, wie die Verlegung der Sachsendorfer Straße, Bau eines neuen Lokschuppens, Bau neuer Gleise oder de Bau von Vorbahnhöfen auf dem Gelände der angrenzenden Gemeinden Ströbitz und Kolkwitz. Diese Vorschläge werden allerdings erst einmal aufgrund der Weltwirtschaftskrise im Jahr 1929 beiseite gelegt.

Die bisher größte Bombardierung der Stadt Cottbus am 15. Februar 1945 trifft vor allem den Bahnhof. Stark betroffen sind dabei das Empfangsgebäude, das Sozialgebäude, der Bahnhofstunnel, sowie  Stellwerke und Werkstätten. Zunächst leben die Cottbuser weiter mit Baracken als Empfangsgebäude. Jedoch kann dieses Provisorium nicht für ewig sein und es werden in den 1960er Jahren wieder Pläne geschaffen, um den Neuaufbau des Cottbuser Bahnhofs zu beginnen. Grund dafür sind die steigenden Einwohnerzahlen und die daraus resultierende, erheblich höher werdende Anzahl der Fahrgäste. So fahren 1968 täglich 22000 Menschen mit der Bahn von Cottbus.

Cottbus wird wieder zum Verkehrsknotenpunkt. Dadurch erlebt auch das Textilkombinat einen Aufschwung. Der Bahnhof muss also wieder modernisiert werden. Deswegen bekommt der ungarische Projektierungsbetrieb UVATERV am 10.06.1972 den Auftrag für den Bau des Empfangsgebäudes. Dieser beginnt  am 30.10.1974 und wird am 05.10.1978 fertiggestellt. Die Bahnhofshalle ist 108m lang, 37,55m breit und 12,20m hoch.

Im November 2010 geht ein neues elektronisches Stellwerk in Betrieb, welches die 13 alten Stellwerke ersetzt. Im Jahr 2016 beginnen die Umbauarbeiten des Bahnhofs, welche noch bis heute andauern. Ein kleiner Fortschritt mit der Fertigstellung des neuen Personentunnels am 21.11.2018 ist allerdings schon erfolgt. Heute zählt der Cottbuser Bahnhof rund 12000 Fahrgäste am Tag.

 

Siehe auch: Spreewaldbahn, Straßenbahn, Parkeisenbahn Cottbus

Quellen: Großstück, Harald: Der Bahnhof Cottbus; In: Cottbuser Heimatkalender 2006. | Großstück, Harald: Es wurde Licht auf dem Bahnhof Cottbus; In: Cottbuser Heimatkalender 2011. | Großstück, Harald: Der Cottbuser Bahnhof wurde zu klein; In: Cottbuser Heimatkalender 2012. | Politische Abteilung Reichsbahndirektion Cottbus; Festschrift zur Eröffnung des neuen Empfangsgebäude. 1978. Cottbus. | Liesk, Günter ; Puschmann, Horst ; Wiene, Dieter: Der Bahnhof Cottbus; In: Eisenbahnjahrbuch 1980; transpress VEB Verlag für Verkehrswesen. 1979. Leipzig.
 
Bildquelle: Fotosammlung Stadtarchiv Cottbus
 
Autor: Kevin Kasischke

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