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Kreutz, Dr. Erich

Oberbürgermeister Dr. Erich Kreutz

Dr. Erich Kreutz wurde am 02.09.1884 in Magdeburg als Sohn eines Gasthauspächters geboren. Er studierte Jura und Nationalökonomie in Halle und Jena und wurde zum Doktor der Rechte promoviert. Erste Berufserfahrungen sammelte er in der Magdeburger Stadtverwaltung. Nach kurzem Fronteinsatz als Oberleutnant wurde er während des 1. Weltkrieges als Landrat des Kreises Pernau (Livland) eingesetzt. In den Jahren nach dem Krieg war er zunächst als Stadtrat in Apolda, danach als Verwaltungsmitarbeiter und Stadtrat in Gelsenkirchen-Buer tätig.

Nachdem Kreutz sich Ende 1926 beworben hatte und gewählt wurde, amtierte er ab dem 05.02.1927 als Oberbürgermeister der Stadt Cottbus. In seine Amtszeit fielen die Einweihung des Flugplatzes 1927, der Erweiterungsbau des Krankenhauses und die Inbetriebnahme des Dieselkraftwerkes 1928, der Bau des Warmbades 1929, die Erweiterung der Städtischen Kunstsammlungen und der Bau der Bismarckschule (heute: Bauhausschule Cottbus) 1930. Er war ferner aktives Mitglied der Cottbuser Freimaurerloge "Zum Brunnen in der Wüste".

Infolge der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten wurde Kreutz am 11.06.1933 "ab sofort beurlaubt". Rund einen Monat nach seiner offiziellen Entlassung in Cottbus wurde er am 24.08.1933 als Oberbürgermeister in Brandenburg an der Havel eingesetzt. Auch dort wurde er am 29.06.1937 fristlos aus dem Amt entlassen, weil seine frühere Cottbuser Logenmitgliedschaft bekannt geworden war. Er arbeitete danach als Rechtsanwalt und Notar in Potsdam, wo er am 06.08.1943 als Mitglied der konservativen und monarchistischen "Kasino-Gesellschaft" verhaftet wurde. Wegen "staatsfeindlicher Propaganda" angeklagt, nahm sich Erich Kreutz am 19.09.1943 noch vor seinem Prozess im Potsdamer Gefängnis das Leben.
 
 
Quellen:
Christl, Andreas / Christl, Gundula / Donner, Helmut u. a. (Hrsg.): Geschichte der Stadt Cottbus. Cottbus 1994. | Krönert, Hans-Hermann: Cottbuser Heimat-Lexikon. 400 Stichwörter von Altmarkt bis Zuschka. 450 Kurzbiografien von Adelheid von Cottbus bis Zollna, Theo. Unveröffentlichtes Manuskript. Cottbus 2008.
 
Bildquelle: Fr. Begsteiger, Cottbuser Anzeiger, 15.02.1927, Städtische Sammlungen Cottbus
 
Autoren: Alexander Kuchta | Ricardo Wanke
 

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