Cottbus-Lexikon

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Staatstheater

Luftbild Staatstheater 1941, Fotograf unbekannt
Luftbild Staatstheater 1941, Fotograf unbekannt

Es zählt zu den wohl imposantesten Bauwerken in ganz Cottbus und erstaunt immer wieder die Besucher, das Staatstheater Cottbus.

Die Geschichte des historischen Bauwerkes geht bis zum Ende des 19. Jahrhunderts zurück. Bereits in den 1890er Jahren gibt es aufgrund wachsender kultureller Bedürfnisse erste Planungen für den Bau eines Stadttheaters. Doch vorerst bleibt es bei Plänen.

Erst 1905 werden die Bauvorhaben wieder aufgenommen. Dazu werden insgesamt Gelder von 800.000 Mark bewilligt und namhafte Architekten zu einem Wettbewerb eingeladen. Den Zuschlag bekommt Bernhard Sehring, der am 1. Juni 1907 in Zusammenarbeit mit Cottbuser Firmen mit dem Bau des Theaters beginnt. Am 1. Oktober 1908 wird das Theater dann schließlich mit „Wallensteins Lager" von Schiller und Lessings „Minna von Barnhelm" eröffnet.

Anfangs stehen vor allem Schauspiel und noch mehr die Operette auf dem Programm und trotz einer erheblichen Überschreitung der Baukosten folgt von 1911-1912 bereits die erste Erweiterung des Theaters, da es den Anforderungen eines Mehrspartentheaters nicht genügt. Im Zuge dessen wird ab 1912 auch ein theatereigenes Orchester und ein ständiges Opernensemble auf Initiative des neuen Theaterdirektors Otto Maurenbrecher eingeführt.

In der Zeit zwischen den beiden Weltkriegen kommt es dann zu finanziellen Engpässen und sogar Schließungsdebatten sind nun immer wieder präsent. Im Jahr 1944 wird das Cottbuser Stadttheater dann tatsächlich durch die Nationalsozialisten geschlossen, die das Theater während des 2. Weltkrieges als Munitionslager nutzen. Beim Abzug der Wehrmacht am Ende des Krieges steht das Theater kurz davor zerstört zu werden. Doch durch eine Befehlsverweigerung findet eine Sprengung nicht statt und das Theater bleibt erhalten.

1956 wird der Platz nördlich des Stadttheaters, der bisher als Rummelplatz gedient hat, umgestaltet und erhält die heute noch vorhandene Struktur mit Wasserbecken und Skulpturen. Von 1981-1986 findet schließlich eine aufwendige Restauration und Rekonstruktion statt, die im Laufe der Jahrzehnte entstandene Schäden beseitigen soll. 1992 wird das Cottbuser Stadttheater zum Staatstheater ernannt und seitdem kommen Stadt und Land auch gemeinsam für den Finanzbedarf des Theaters auf.

Heute kann man im Staatstheater Cottbus Schauspiel, Musiktheater (Oper, Operette, Musical), das Orchester und Ballett genießen. Das Gebäude ist im modernen Jugendstil errichtet, aber auch mit klassischen Elementen gespickt und so bildet das prunkvolle Bauwerk immer wieder einen angemessenen Rahmen.

Quellen:
Ackermann, Irmgard; Cante, Marcus; Mues, Antja: Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland. Denkmale in Brandenburg. Stadt Cottbus. Altstadt und innere Stadtteile. Worms am Rhein 2001.

Bildquelle:
Luftbildaufnahme, Fotograf unbekannt, Städtische Sammlungen Cottbus

Autor:
Sebastian Kaps

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