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Alvensleben-Denkmal

Am 16.08.1913 findet die Enthüllungsfeier des Alvensleben-Denkmal statt, welches für den General Constantin von Alvensleben (26.08.1809-28.03.1892) errichtet wird. Er führt das 3. Brandenburgische Armeekorps im Feldzug 1870/71 gegen Frankreich an, wo er am 16.08.1870 bei Vionville-Mars-la-Tour die französische Rheinarmee zum Stillstand bringt und somit den weiteren Kriegsverlauf entscheidend beeinflusst. Dieser Sieg stellt den Höhepunkt seiner militärischen Laufbahn dar. Für seine Verdienste erhält er 1892 mit der Verleihung des Hohen Orden vom Schwarzen Adler sowie des Großkreuzes des Roten Adler-Ordens allerhöchste Auszeichnungen.

Der Cottbuser Oberbürgermeister Paul Werner, der selbst als Kriegsfreiwilliger 1870 unter von Alvensleben im Deutsch-Französischen Krieg gedient hatte, sei der eifrigste Förderer des Alvensleben-Denkmals gewesen1. Die Stadt stellt dafür den Platz am Spremberger Wall in der ehemaligen Kaiser-Friedrich-Straße (heute Karl-Liebknecht-Straße) zur Verfügung.

Das Denkmal zeigt eine überlebensgroße Bronzefigur von Constantin von Alvensleben in ruhiger, schlichter Haltung, stehend auf einem einfach gehaltenen hohen Granit-Unterbau. Der Sockel zeigt an allen 4 Seiten Reliefdarstellungen. Auf der Vorderseite trägt er die Inschrift „Constantin von Alvensleben", auf der Rückseite von einem Lorbeerkranz umgeben die Inschrift „Hie gut Brandenburg alleweg". Auf der linken Seite des Sockels ist der General mit den Offizieren seines Stabes zu Pferd abgebildet, auf der rechten Seite „stürmt das Infanterie-Regiment Nr. 52 am Tage von Vionville, am 16.08.1870, mit Trommelwirbel über fallende Kameraden vorwärts".

Umrahmt ist das Denkmal von hohen Tannengruppen und dem Spremberger Wall, der in den 50ern Jahren im Zuge der Neugestaltung des Stadtzentrums beseitigt wird. Es ist überliefert, dass die schätzungsweise 1.500 kg schwere Bronzefigur bis 1945 steht. Nähere Angaben zum Abbruch liegen nicht vor. Darauf bezogene Augenzeugenberichte sind erwünscht.

Den Entwurf liefert der Berliner Bildhauer Ludwig Cauer. Bronzegießer ist die Aktiengesellschaft Gladenbeck, Berlin-Friedrichshagen. Erzbildgießer: Walter Gladenbeck.

Darüber hinaus wird Constantin von Alvensleben im Jahr 1892 in Cottbus geehrt durch die Benennung der 1885/1886 erbauten Kaserne in „von-Alvensleben-Kaserne" sowie des in Cottbus stationierten 6. Brandenburgischen Infanterie-Regiments Nr. 52 in „Infanterie-Regiment „von Alvensleben" (6. Brandenburgisches) Nr. 52". Zudem trägt die heutige Siedlungsstraße bis 1946 den Namen „Alvenslebenstraße".

Quellen: 1) Cottbuser Anzeiger (Nr. 191) 16.08.1913 „Zur Enthüllung des Alvensleben-Denkmals". | Cottbuser Anzeiger (Nr. 192) 17.08.1913 „Die Enthüllungsfeier des Alvensleben-Denkmals". | 2) Cottbuser Zeitung, 5. Jahrgang August 1987 Nummer 4 „Die Enthüllung des Alvensleben-Denkmals in Kottbus"
 
Bildquelle: Postkarte, Städtische Sammlungen Cottbus
 
Autor: Kristin Liebner

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