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Roemelt, Johann Gottlob

Fotosammlung Stadtarchiv


Durch den Rücktritt des Oberbürgermeister Krenkels , bekommt Johann Gottlob Roemelt das Angebot, die freigewordene Stelle des Magistratsdirigenten anzutreten.


Johann Gottlob Roemelt wird im Jahr 1783 bei Breslau geboren und studiert zunächst Theologie in Breslau. Nach den Befreiungskriegen, wo er als Artillerieoffizier tätig ist, studiert er Recht und wird Obergerichtsrat am Landgericht in Cottbus.


Ab den 15.02.1832 ist Herr J.G.Roemelt  Oberbürgermeister der Stadt Cottbus. Zu dieser Zeit erlebt Cottbus einen Aufschwung der Industrie. Mit dem Wachstum der Stadt muss auch die Infrastruktur weiter ausgebaut werden, um Handelswaren schneller und weiter zu befördern. Hierfür wird zum Beispiel die Chaussee von Cottbus nach Peitz erbaut.
Oberbürgermeister Roemelt ist besonders in den sozialen Bereichen engagiert. 1844-1846 wird in der Taubenstraße Cottbus das erste Krankenhaus der Stadt gebaut, auch ein neuer Friedhof wird errichtet. Außerdem verfolgt er die Absicht ein Armenstatut für die Stadt zu erlassen. Roemelt sieht alle Bürger in der Verantwortung, sich in die Armenfürsorge mit einzubringen.


Die Industrialisierung hat auch eine Kehrseite. Es gibt viele Arbeitslose und altersschwache, die Armenschicht steigt stetig an. Der Oberbürgermeister hat die Idee, Arbeitslose im Hospital mit Federschleißen zu beschäftigen und somit den Armutszahlen entgegen zu wirken, es muss Arbeit her. Dieser Vorschlag scheitert jedoch.


Im Jahr 1846 kommt das Projekt Armenstatut auf den Tisch. Es stellt den Bemittelten frei sich zu Lebenszeiten oder nach ihrem Tod mit ihrem Vermögen oder einem Teil dessen an der Unterstützung von mittellosen Personen zu beteiligen. Herr J.G.Roemelt geht mit gutem Beispiel voran und ist bereit sein Gehalt, zu Gunsten der Armen, um 500 Taler kürzen zu lassen, wenn die Stadt das Statut annimmt. Die Stadtverordneten protestieren immens  gegen das Armenstatut.Im April1848 versammeln sich unzufriedene Bürger auf dem Marktplatz. Sie stürmen das Rathaus und zerstören die Wahllokale. Die Einwohner fordern eine gerechte Verteilung der Arbeit ,höhere Löhne und die Ablösung der Beamten und dem Bürgermeister. Die öffentliche Kritik an der Arbeit des Gemeindevorstands wird immer lauter. Der Oberbürgermeister J.G. Roemelt soll sein Amt niederlegen. Da Roemelt auf diese Forderung nicht eingeht, reicht die Bürgerschaft Klage beim Landrat gegen ihn ein. Am 21.05.1848 wird ein Disziplinarverfahren gegen ihn eröffnet. Er wird bis zum Abschluss der Angelegenheit suspendiert. Der Ober-Landesgerichts-Assessor Wilke übernimmt im Juni 1848 die Geschäfte der Stadt Cottbus. Das Projekt Armenstatut ist nun endgültig abgehakt.
Auch wenn die Disziplinaruntersuchungen nichts ergeben, wird Roemelt für ungeeignet erklärt, das Amt des Bürgermeisters weiter auszuführen. Er wird 1849 pensioniert.
Herr Johann Gottllob Roemelt zieht sich ab da an zurück und stirbt im August1867, im Alter von 84 in Turnow bei Peitz.

 
Quellen:
Cottbuser Magazin Hermann: Der Cottbuser Oberbürgermeister Johann Gottlieb Roemelt in den Wirren seiner Zeit 4/2006. |Universität Leipzig Fakultät für Geschichte, Kunst- und Orientwissenschaften Historischer Seminare MAGISTERARBEIT Thema: Die Cottbuser Oberbürgermeister des 19Jahunderts.Im Lichte der Entwicklung der kommunalen Selbstverwaltung/
Lausitzer Rundschau 13.08.2014 S.15 Ein Stadtoberhaut in revolutionären Zeiten
 
Bildquelle: Foto, Städtische Sammlungen Cottbus
 
Autor: Beatrice Dittrich
 

 

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