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Nollner, Heinrich

Oberbürgermeister Nollner

Am 29. Juli 1926 stirbt der Cottbuser Oberbürgermeister, Hugo Dreifert, infolge eines Schlaganfalles und hinterlässt hinter sich eine anspruchsvolle Verantwortung. Ein großer Schock überschattet jetzt die Stadt. Denn auf einmal hatte keiner so einen Verlust erwartet. Trotzdem überlebt die Stadt dies und betont die Absicht naheliegend, an die Stelle des verstorbenen Stadtoberhauptes einen Mann zu setzen, der noch in der Vollkraft seiner Jahre steht. Heinrich Nollner ist derjenige, der sich durchsetzt.

In Rinteln an der Weser, am 17. September 1879, ist der Kandidat für Oberbürgermeister der Stadt Cottbus geboren. Er ist verheiratet mit Else Laura Adele geborene von Sanden, studiert Jura und Volkswirtschaft und macht als junger preußischer Beamter in Gnesen (Gniezno) kommunale Karriere. Zwischen 1907 und 1917 wird er Landrichter und wird später Bürgermeister der Kreisstadt Posen. Als nach dem Versailler Vertrag dieses Gebiet an Polen abgetreten wird, ist Nollner bis 1920 Bürgermeister in der Berliner Randgemeinde Grunewald und danach in Rüstringen (Wilhelmshaven).

Am 11. September 1925 geht der Heinrich Nollner dann schließlich als Sieger aus dem Wahlgang als Oberbürgermeister hervor und tritt die kürzeste Amtszeit der Stadt Cottbus an. Auf Grund einer Mittelohrentzündung  ist der Oberbürgermeister nur vier Monate in seinem Amt tätig. Von Amtsantritt am 22. März bis zum Tode im Krankenhaus am 20. Juli 1926, als er dann seiner Krankheit erliegt.

Von Beginn seiner Amtszeit an stößt Herr Nollner auf gravierende Probleme und Situationen. Unter anderem die Arbeitslosen in der Stadt, die Wohnungsnot sowie ein verheerendes Hochwasser, das in der Stadt beträchtliche Schäden anrichtet. Trotz allem zeigt der Oberbürgermeister einen starken Willen, die Stadt voranzubringen und Maßnahmen zur Verbesserung der Stadt zu treffen.  Zum einen versucht Nollner die Probleme zu klären, die bei der Finanzierung der überhöhten Baukosten der Landwirtschaftsschule in der Gulbener Straße, bei der Schaffung neuer Wohngebiete verschiedener Wohnungsgenossenschaften, bei der Flugplatzerweiterung und bei der Verlängerung des Straßenbahnnetzes auftreten. Zum anderen hat die Stadt in seiner Zeit die Folgen der Hochwasserkatastrophe 1926 zu bewältigen.

Auf einmal wird an dem jüngst eingeführten Oberbürgermeister eine Mittelohrentzündung festgestellt, die ihn in das Krankenhaus bringt und sein Leben kostet.
Am 20. Juli 1926 stirbt er und sein Nachfolger ist Dr. Erich Kreutz

 

Siehe auch: Kreisrichter Paul Werner, Gerichtsassessor Hugo Dreifert, Heinrich Nollner, Dr. Erich Kreutz, Otto Weihrauch

Quellen:
H.H. Krönert, Heimatlexikon Teil 2/ Personen | Lausitzer Rundschau vom 20.07.2006 und 17.09.2009 |
Cottbuser Anzeiger vom 14.03.1926 
                                    24.03.1926
                                    21.07.1926
                                    22.07.1926

Bildquelle:
Cottbuser Anzeiger vom 14.03.1926

Autor:
Ali Bari

 

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