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Klosterkirche

KIosterkirche um 1963, Fotograf unbekannt

Die Geschichte der Klosterkirche beginnt in etwa zum Ende des 13. Jahrhunderts. Um 1290 siedeln sich in Cottbus Franziskaner Mönche an. Sie erhalten Unterstützung vom damaligen Oberhaupt der Stadt, den Herrn von Cottbus, Fredehelm von Cottbus. Er stellt den Mönchen ein Stück Land im Nordwesten der Stadt zur Verfügung, auf welchem die Franziskaner um 1300 ein Kloster errichten. Zu diesem Klosterbau gehört ebenfalls die Klosterkirche, welche zum damaligen Zeitpunkt bedeutend kleiner ist, als wir sie heute kennen. In dem Zeitraum vom 14. bis zum 16. Jahrhundert wird der Kirchbau immer wieder erweitert, was eine genaue Datierung der Entstehung kaum ermöglicht.

Mit der fortschreitenden Reformation wird das Kloster im Jahr 1537 aufgelöst. Im Zuge dessen wird die Kirche zur evangelischen Pfarrkirche, welche besonders als Gotteshaus von den umliegenden Dorfgemeinden genutzt werden soll. Da dort die gängige Sprache wendisch ist, werden die Predigten in der Klosterkirche auf wendisch abgehalten. So taucht bereits im Jahr 1529 das erste Mal die Bezeichnung „Wendische Kirche“ auf. Des Weiteren ist die Klosterkirche seit der Reformation und der damit verbundenen Nutzung als evangelische Pfarrkirche eine untergeordnete Kirche der Nikolaikirche. Durch diese Tatsache bürgern sich für die Nikolaikirche der Name Oberkirche und für die Klosterkirche der Name Unterkirche ein.

In der Klosterkirche befindet sich außerdem der vermutlich älteste Grabstein der Stadt Cottbus, welcher bereits 1312 in der Kirche seinen Platz findet. Bis 1753 ist der besagte Grabstein in den Mittelgang der Kirche eingelassen. Auf ihm ist reliefartig Fredehelm von Cottbus in ritterlicher Rüstung mit einem Schild in der Hand, auf dem der Krebs abgebildet ist. Der Krebs ist das Familienwappen der Herren von Cottbus und wird durch das Wirken dieser Herren auch das noch heute verwendete Stadtwappen von Cottbus. An Fredehelms Seite befindet sich seine Frau Adelheid von Colditz. Als 1753 der Grabstein aus dem Boden gehoben wird findet man darunter Grabgewölbe, welche wenig später durch die notwendige Erweiterung der Kirche überbaut werden. Nachdem der Grabstein von da an einen Platz an der Außenmauer der Kirche gefunden hat, wird er 1908 in eine Nische an der Nordwand innerhalb der Räumlichkeiten versetzt, wo er auch noch heute zu betrachten ist.

Nachdem die Kirche im Anschluss der Auflösung des Klosters 1537 als evangelische Pfarrkirche genutzt wird, erfährt sie aufgrund der stetig wachsenden Kirchgemeinde ständige Erweiterungen. Jedoch wird sie auch unter anderem Opfer der zwei großen Stadtbrände 1600 und 1671. Die Kirche ist so stark beschädigt, dass sie erst gegen 1700 bis zum notwendigsten repariert ist. Der komplette Wiederaufbau inklusive einiger Renovierungen zieht sich letztendlich bis 1908.
Die restliche Klosteranlage wird seit der Reformation kaum genutzt und bis 1852 vollständig abgetragen.

Heute ist die Klosterkirche oder Wendische Kirche das einzige bauliche Überbleibsel des Klosters und ist somit ein Zeugnis des Wirkens der Franziskaner Mönche in Cottbus.

 

Siehe auch: Propsteikirche "St. Maria Friedenskönigin"

Quellen: Arbeitsgemeinschaft Regionale Entwicklungszentren des Städtekranzes Berlin - Brandenburg: 1000 Jahre Kirche in Brandenburg. 2005. | Evangelischer Kirchenkreis Cottbus: Kirchen in + um Cottbus. Sonderheft zur BuGa. 1995. | Heimann, Heinz-Dieter ; Neitmann, Klaus ; Schich, Winfried: Brandenburgisches Klosterbuch. Handbuch der Klöster, Stifte und Kommenden bis zur Mitte des 16. Jahrhunderts. Band I. be.bra Verlag. Berlin. 2007
 
Bildquelle: Fotosammlung Stadtarchiv Cottbus
 
Autor: Ricardo Wanke

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