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Krautz, Pauline

Die niedersorbische Schneiderin und Trachtenstickerin Pauline Krautz (Paulina Krawcowa) wurde am 18.12.1890 in Dahlitz als Tochter des Zimmermanns Rehnus geboren. Nachdem sie zunächst als Arbeiterin in einer Cottbuser Tuchfabrik tätig war, absolvierte sie ab 1920 eine Schneiderlehre in Berlin und wurde schließlich Schneidermeisterin. Sie betrieb daraufhin von 1926 bis 1938 in Cottbus ein Geschäft für sorbische/wendische Trachten, Kunst- und Fahnenstickerei in der Sandower Str. 3 nahe der Oberkirche. In dieser Zeit stellte sie ihr Können in zahlreichen Trachtenkunst- und Trachtenpuppenausstellungen in Bautzen, Dresden, Hirschberg, Saarbrücken, Prag und Frankfurt/Main unter Beweis. Sie war die erste Produzentin von Spreewaldtrachtenpuppen in Serie. Als sie Anfang 1938 in Burg (Spreewald) öffentlich gegen die Umbenennung sorbischer/wendischer Orts- und Straßennamen in der Lausitz durch die Nationalsozialisten eintrat, wurde sie für zehn Monate im Frauengefängnis Cottbus inhaftiert. Krank entlassen, gab sie ihr Cottbuser Geschäft auf, da ihr sowohl Material als auch Absatz ihrer Spreewaldpuppen verwehrt wurden. Sie verstarb am 16.09.1941 in Kolkwitz.

 
Quelle:
Krönert, Hans-Hermann: Cottbuser Heimat-Lexikon. 400 Stichwörter von Altmarkt bis Zuschka. 450 Kurzbiografien von Adelheid von Cottbus bis Zollna, Theo. Unveröffentlichtes Manuskript. Cottbus 2008.
 
Autor: Alexander Kuchta
 

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