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Blechen, Carl

Carl Blechen, Selbstbildnis, 1829

Der Maler Carl Eduard Ferdinand Blechen wurde am 29.07.1798 in der "Luckischen Gasse" (heute: Berliner Straße) in Cottbus geboren. Der Sohn des Regensburger Steuerbeamten Adrian Blechen und dessen Frau Christiana Happatz, Tochter eines sorbischen/wendischen Schneiders aus Groß Lieskow, beschäftigte sich bereits im Kindesalter mit dem Zeichnen. Während seiner Schulzeit nahmen der Madlower Pfarrer Happatz und der Maler Christian Gottlieb Lemmrich besonderen Einfluss auf ihn. Nach dem Besuch des Cottbuser Lyzeums an der Oberkirche und einer Lehre zum Bankkaufmann in Berlin, studierte er von 1822 bis 1824 an der Berliner Akademie der Künste in der Landschaftsklasse Prof. Peter Ludwig Lütkes. Studienreisen führten ihn 1823 nach Dresden und in die Sächsische Schweiz. Am 27.11.1824 heiratete Blechen die Putzmacherin Henriette-Charlotte Boldt. Von 1824 bis 1827 war er als Bühnen- und Dekorationsmaler am Königsstädtischen Theater in Berlin tätig. Danach unternahm er als freischaffender Künstler Studienreisen an die Ostsee (1828) und nach Italien (1828-1829). Besonders der Italienaufenthalt prägte seine künstlerische Entwicklung hin zu einem der bedeutendsten deutschen Landschaftsmaler des 19. Jahrhunderts, zu einem "Mittler zwischen Romantik und Realismus", nachhaltig. Sein Können verschaffte ihm 1831 die Professur für Landschaftsmalerei und 1835 die ordentliche Mitgliedschaft der Akademie der Künste Berlin. In dieser Zeit unternahm er Studienreisen in den Harz (1833) und nach Paris (1835). Von da an immer stärker unter Depressionen leidend und daher ab 1836 von der Lehrtätigkeit beurlaubt, starb Carl Blechen nach langer psychischer Krankheit am 23.07.1840 im Alter von 42 Jahren in Berlin.

Erst 1913 begann die Stadt Cottbus mit dem Ankauf erster Gemälde Blechens den Aufbau einer städtischen Blechen-Sammlung, die heute in Schloss und Gutsökonomie Branitz aufbewahrt und ausgestellt wird. 1915 umfasste diese bereits 21 Arbeiten. Zur Förderung der Sammlung wurde 1998 die in Cottbus ansässige Carl Blechen Gesellschaft gegründet. Nach Carl Blechen sind in Cottbus ferner eine Straße, ein Park, eine Grundschule und ein innerstädtisches Einkaufszentrum benannt.

Blechens Werke zeichnen sich durch eine Vielzahl von Themen aus, zu denen mystische und nächtliche Phantasielandschaften, die lichtdurchflutete Natur Italiens und Darstellungen aus seiner Brandenburger und Berliner Heimat zählen.

Werkauswahl:
  • Die Waldschlucht, 1825 (Berlin, Alte Nationalgalerie)
  • Gotische Kirchenruine, 1826 (Dresden, Gemäldegalerie)
  • Dämonische Landschaft, um 1826 (Schweinfurt, Museum Georg Schäfer)
  • Gotische Kirchenruine, 1826 (Dresden, Schloss Pillnitz)
  • Grotte mit zwei Mönchen am Golf von Neapel, 1829 (Köln, Wallraf-Richartz-Museum)
  • Grotte im Park der Villa d’Este,  um 1829-30 (Cottbus, Schloss Branitz)
  • Im Park der Villa d’Este, 1830 (Berlin, Alte Nationalgalerie)
  • Walzwerk Neustadt-Eberswalde, 1830 (Berlin, Alte Nationalgalerie)
  • Mühlental von Amalfi, 1831 (Leipzig, Museum der bildenden Künste)
  • Palmenhaus auf der Pfaueninsel bei Potsdam, 1832-34 (Hamburg, Kunsthalle)
  • Die Villa d’Este in Tivoli, 1831/32 (Berlin, Nationalgalerie)
  • Klosterhof mit Kreuzgang, um 1833/35 (Schweinfurt, Museum Georg Schäfer)
  • Im Park von Terni badende Mädchen, 1835/37 (Schweinfurt, Museum Georg Schäfer)
 
Siehe auch Adrian Blechen | Blechen-Carré | Carl-Blechen-Grundschule | Carl-Blechen-Park
 
Quellen:
Emmrich, Irma: Carl Blechen. Zeit und Werk. Dresden 1989. | Krönert, Hans-Hermann: Cottbuser Heimat-Lexikon. 400 Stichwörter von Altmarkt bis Zuschka. 450 Kurzbiografien von Adelheid von Cottbus bis Zollna, Theo. Unveröffentlichtes Manuskript. Cottbus 2008. | Rave, Paul Ortwin: Karl Blechen. Leben, Würdigung, Werk. Berlin 1940.
 
Bildquelle: Fotoreproduktion, Städtische Sammlungen Cottbus
 
Autor: Alexander Kuchta
 

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