"Hannes Hegen und die Welt der Digedags"
Als im Dezember 1955 das erste Heft mit den drei Kobolden erschien, fand der Comic in der DDR schnell eine große Fangemeinde. Hannes Hegen hatte bereits zahlreiche Illustrationen für Zeitungen und Zeitschriften geschaffen. Seine bekannteste Figur war das Rumpelmännchen, das aber von zahlreichen Grafikern immer wieder neu interpretiert wurde. Geboren am 16. Mai 1925 erlernte Johannes Eduard Hegenbarth die Glasmalerei und studierte an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig. Er arbeitete dann für verschiedene Zeitungen und Zeitschriften und erfand 1955 mit den drei Kobolden Dig, Dag und Digedag jene Welt- und Zeitreisenden, die zwischen 1955 und 1975 zunächst Kinderherzen und später – bis heute – auch Erwachsenenherzen höher schlagen lassen. Die Digedags starten mit der Jagd nach dem Golde, sie entdecken das antike Rom und – angeregt vom Weltraumboom der 1960er Jahre – den Weltraum. Sie erzählen Geschichten aus Vergangenheit und Zukunft, lassen Erfinder zu Wort kommen und begleiten Ritter Runkel vom Rübenstein in den Orient zu Zeiten der Kreuzzüge. Im Amerika der Befreiungskriege um 1860 unterstützen sie sich – wie schon in den vielen Abenteuern zuvor – jene, die Hilfe suchen.
Der 100. Geburtstag von Hannes Hegen, er verstarb 2014, und das 70. Jubiläum des Erscheinens des ersten MOSAIK sind Anlass, mit Steffen Krestin den Spuren der Kobolde zu folgen. Auch das abrupte Beenden der Digedags-Serie 1975 – ihre Nachfolger, die Abrafaxe, reisen noch heute durch die Welt und die Zeit – hatte in der DDR für Aufsehen und Gerüchte gesorgt. In seinem Vortag wird Steffen Krestin auch ein wenig auf das Leben und Wirken von Hannes Hegen eingehen und beleuchtet die Geschichte der Comics, die seit den 1890er Jahren von amerikanischen Zeitungen aus die Welt eroberten und heute in vielfältiger Form Leser finden.
Eine Veranstaltung in Kooperation mit dem Historischen Heimatverein Cottbus e.V. Um einen Wertschätzungsbeitrag wird gebeten. Voranmeldungen sind unter stadtmuseum@cottbus.de möglich.
