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Spremberger Turm

Der Spremberger Turm mit der Bastei (C. Metzner, 1878)

Als Doppeltor angelegt stellt das Spremberger Tor das südliche Tor der Stadt Cottbus dar. Mit dem Spremberger Turm und der vorgelagerten Bastei ist das Spremberger Tor ein imposanter Bau.

Doch der Turm hat nicht immer das heutige Aussehen. Einst besitzt er eine hohe spitze Haube mit einer Wetterfahne, welche das Cottbuser Wappentier – den Flusskrebs – zeigt. In der benachbarten Bastei wird das Pulver für die hiesige Garnision aufbewahrt. 1773 erhält der Turm für etwa 170 Taler eine neue Haube, ein Jahr später eine Uhr und zwei Glocken. Notwendige Reparaturen führen 1810 zu dem Entschluss, dass die alte Haube abgetragen und das verbaute Holz verkauft werden soll. Der Aufbau des Zinnenkranzes erfolgt jedoch erst 1823. Verantwortlich sind Maurermeister Schneider und Zimmermeister Eckart, beide werden mit jeweils 50 Talern entlohnt.

Die alten Glocken werden 1823 durch neue ersetzt. Eine neue Turmuhr liefert 1825 der Hoyerswerdaer Meister Gadank für 150 Taler. Da die städtischen Kassen leer sind, wird von den Stadtverordneten Klingmüller und Prosch eine Kollekte unter den Bürgern veranstaltet. Mit dem Abriss der vorgelagerten Bastei 1878 verändert sich das Bild der Straße erheblich.

Die Ausbesserung des Daches findet zu Beginn des 20. Jahrhunderts statt. Hierbei werden eine eiserne Fahnenstange aufgesetzt und 1906 erneut die Uhr ausgewechselt. Die letzte ist kurz nach dem Abriss der Bastei eingesetzt worden. Auch die alten Glocken werden als misstönend entfernt. In die große Glocke wird die Inschrift „Schlage der Stadt Stunden des Glücks" eingeprägt.

1971 wird von der renommierten Firma Zachariä aus Leipzig eine Turmuhr mit Viertelstunden- und Stundenschlag eingebaut. Sie verfügt über drei Gewichte und wird aller sechs Stunden automatisch aufgezogen. 1985 erfolgt ihre Generalreparatur.

1998 wird der Cottbuser Turmverein e.V. gegründet. Er stellt sich die Aufgabe den Spremberger Turm für Besucher zugänglich zu machen. Dazu werden bereits ab 1998 die Türen des Turmes für Besucher geöffnet. 1999 erfolgt die Planung zur Instandsetzung und Restaurierung der Bauhülle. Im Mai 2000 wird die Stahlkonstruktion der Turmkrone montiert. Der moderne Aufbau mit neuem Glockenstuhl und verglastem Besucherzugang für die als Aussichtspunkt gestaltete Plattform entsteht unter der Leitung des Architekturbüros Ulrich Sasse. Der Turm wird im September 2000 am „Tag des offenen Denkmals" der Öffentlichkeit übergeben.

Seit 2014 ist der Turm dank der Initiative des Turmvereins wieder für die Besucherinnen und Besucher der Stadt Cottbus aber natürlich auch für die heimischen Freundinnen und Freunde des sogenannten „Dicken" täglich zu erklimmen. Die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer begrüßen mittlerweile rund 16.000 Personen jeglichen Alters und Herkunft pro Jahr.

Quellen:

Ackermann, Irmgard; Cante, Marcus; Mues, Antja: Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland. Denkmale in Brandenburg. Stadt Cottbus. Altstadt und innere Stadtteile. Worms am Rhein 2001. | Donner, Helmut: Von der Reichsgründung bis zum Ende des Ersten Weltkriegs (1871-1918). In: Christl, Andreas et al.: Geschichte der Stadt Cottbus. Cottbus 1994.| Internetseite des Cottbuser Turmvereins e.V. URL: http://www.sprembergerturm.de/ | Krestin, Steffen: Spremberger Turm. Cottbus 2018.

Bildquelle:

Fotografie, C. Metzner, Städtische Sammlungen, 1878

Autor: Robert Büschel

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