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Hussitenkriege

Johann III. begibt sich in den Schutz des Sächsischen Kurfürsten

Seit 1420 tobt auch in der Ober- und Niederlausitz der sogenannte Hussitenkrieg. Trotzdem sich die Stände der Niederlausitz 1422 zu gegenseitigem Schutz und zur Verteidigung des Landes verpflichten, ziehen hussitische Armeen weiterhin durch das Land. So schließt das Haupt der Cottbuser Herrenfamilie, Johann III., bereits 1423 ein Bündnis gegen die Hussiten mit dem Erzbischof von Magdeburg und begibt sich ab 1424 unter dem Schutz des sächsischen Kurfürsten Friedrich des Streitbaren. Dieser "nimmt den Hans von Kothebus und seine Erben mit ihrer Stadt Kothbus und mit allen ihren Schlössern, Mannen und Unterthanen in seinen Schutz, nöthigenfalls sie auch mit dem Kriege zu vertheidigen, jedoch den römischen König und den Markgrafen Friedrich ausgenommen, auch sollen die von Kothebus keinen Krieg und Fehde anheben. [...]"(1) Im Gegenzug verpflichtet sich Johann III. ihm gegen "Futter und Brodt" zu dienen.

1427 unternehmen die Stände der Ober- und der Niederlausitz einen Feldzug gegen die Hussiten. An diesem beteiligen sich auch Johann III. sowie seine Söhne Reinhard und Friedehelm. Ein Jahr später folgt ein weiterer Feldzug. Bei diesem führt Johann 48 Pferde ins Feld. 1429 helfen die Cottbuser den Bautzenern erfolgreich in ihrem Widerstand gegen die Hussiten. Hier ist überliefert, dass ein Angehöriger des Cottbuser Adels den Bautzener Stadtschreiber der Sabotage überführte: "Der Stadtschreiber daselbst war mit gelde gestochen, und hatte in das Büchsenpulver Wasser gegossen, und dasselbe zu nichte gemacht, als aber solches durch den von Cottbus, einen vom Adel, welcher sich zu dene in Budissin in die Stadt begeben, offenbar ward, wurde der Verräter geviertheilet und sein Herz ihme in das Angesicht geworffen." (2) Nach der erfolglosen Belagerung der Stadt Bautzen ziehen die Hussiten durch die Niederlausitz.

Am 20.10.1429 stehen die Hussiten auch vor der Cottbuser Stadtmauer und belagern die Stadt. Den Ausführungen des ehemaligen Stadtarchivars Fritz Schmidt zufolge wird die Stadt durch die Hussiten eingenommen. Dazu führt er aus, dass "Cottbus und Guben [...] mit Gewalt erobert, alle männlichen Bewohner erschlagen, weder Frauen noch Jungfrauen geschont und alle Gebäude in Brand gesteckt [wurden]." (3) In der von Franz Specht zusammengestellten Chronik aus dem Jahr 1930 ist hingegen von der "vergeblichen Belagerung der Stadt durch die Hussiten" die Rede. (4)

Quellen: (1) Worbs, Dr. J. G.: Inventarium diplomaticum Lusatiae inferioris. S. 239. | (2) Schmidt, Fritz: Auf den Spuren des Cottbuser Grafengeschlechts. S. 30. | (3) ebd. S. 31 dazu auch: Hoffmann, Christian Gottfried: Scriptores rerum Lusaticarum [...].1719. S.350. (4) Specht, Franz: Tausend Jahre Cottbus. Chronologische Streiflichter aus der Geschichte unserer Heimatstadt. 1930. S. 4.
 
Bildquelle: Auszug aus Worbs, Dr. J. G.: Inventarium diplomaticum Lusatiae inferioris. S. 239.
 
Autor: Robert Büschel

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