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Briesmann, Johannes

Johannes Briesmann wird am 31. Dezember 1488 in Cottbus geboren. Sein Elternhaus ist das frühere Kohwelische Haus am Altmarkt. Den Überlieferungen zufolge ist es das heutige Gebäude Altmarkt 7 oder 15. Aufgrund fehlender Quellen kann dies heute nicht mehr genau bestimmt werden. Briesmanns Großvater, welcher 1496 verstarb, war unter anderem der zweite amtierende Bürgermeister in Cottbus.

Nachdem Briesmann noch die Zeit der schulischen Bildung in der Stadt verbrachte, zog es ihn mit 17 oder 19 Jahren an die Universität nach Wittenberg, an der er jedoch nicht immatrikulierte. Im Jahr 1510 tritt er dem Konvent der Franziskaner in Cottbus bei und wird zum Priester geweiht. Schon drei Jahre später erfolgt seine Versetzung aus Frankfurt in das Wittenberger Franziskanerkonvent. Da er wahrscheinlich bis 1518 in Wittenberg bleibt, hat er vermutlich auch Kontakt zu den Hauptpersonen der Reformation und besucht Luthers Vorlesungen.

1518 wird er als Lektor seines Ordens als »Frater Johannes Brisemann Cotbusianus pauper« an der Universität Frankfurt/Oder immatrikuliert. Diese wird von Dominikanern, welche gegen Martin Luther polemisierten, geleitet. Er studiert dort eifrig und promoviert 1520 in Wittenberg zum Doktor der Theologie.

In Cottbus predigt er erstmals am 7. März 1522. Der Brandenburgische Kurfürst Joachim I. tritt zu dieser Zeit als Gegner der Reformation auf. Diesem steht Briesmann mit seiner „Dafür-Haltung" entgegen. So verlässt er die Stadt und verbreitet in Preußen weiter Luthers Lehrsätze.

Seine erste Evangelische Predigt hält er am 27. Dezember 1523 in Königsberg, wo er 1544 die Universität mitbegründet. 1546 wird er zum Bischoff in Samland gewählt. Am 1. Oktober 1549 verstirbt Briesmann an der Pest.

In Erinnerung bleiben einige seiner Werke wie »Flosculi de homine interiore et exteriore, fide et operibus« (1523), eine Anleitung für das Handeln von Predigern, und »Unterricht und Ermahnung an die christliche Gemeinde zu Cottbus« (1523). Mit Letzterem wendet er sich direkt an die Bürger seiner Heimatstadt und festigt mit der Verteidigung seiner Arbeit und der Lehrsätze Luthers seine Ideale. Er tritt einer damals noch gegen die Reformation gewandten Gesellschaft entgegen und verliert Cottbus nie aus den Augen.

Aus heutiger Sicht gilt sein Wirken als sehr wichtig für das Zeitalter der Reformation.

Siehe auch: Klosterkirche | Oberkirche

Quellen: Bauer, Udo; Krestin, Steffen (Hrsg.); Lehm, Dr. Christian; Natke, Waldemar: Unterricht und Ermahnung Doktor Johannes Briesmanns, Barfüßer Ordens, an die christliche Gemeinde zu Cottbus. Cottbuser Blätter. Sonderheft 2017. Cottbus 2017

Bildquelle: Kupferstich, Städtische Sammlungen Cottbus

Autor: Martin Schüler

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