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Hammerschmidt, Abraham

Abraham Hammerschmidt, 1925

Der jüdische Jurist und Kommunalpolitiker Abraham Ludwig Hammerschmidt wurde am 28.01.1858 in Jastrow (Westpreußen) geboren. Als Sohn eines wohlhabenden Bauern und Getreidehändlers studierte er nach seinem Abitur Jura in Berlin und Münster. Nach Tätigkeit als Referendar in Elberfeld (heute Stadtteil Wuppertals) und als Gerichtsassessor am preußischen Kammergericht Berlin 1881 legte er 1885 sein Staatsexamen ab. Danach arbeitete er zunächst in einer Berliner Rechtsanwaltskanzlei bevor er ab 1886 als Rechtsanwalt in Cottbus ansässig wurde. Im selben Jahr heiratete er die Berlinerin Berta Hirschberg. Ein Jahr später wurde der älteste Sohn Hermann geboren, auf den bis 1900 die zwei Töchter Frieda und Hertha sowie die drei Söhne Hans, Fritz und Walter folgten, die ebenfalls Juristen wurden. Von den sechs Kindern überlebte später lediglich Hans den Holocaust der Nationalsozialisten.

In Cottbus gehörte Hammerschmidt seit 1890 dem Vorstand der Synagogengemeinde an. 1893 ließ er sich in der Bahnhofstraße 62 ein Wohnhaus errichten, in dem zugleich seine Kanzlei untergebracht war. Seit 1899 auch als Notar tätig, wurde er 1905 ehrenhalber zum preußischen Justizrat ernannt. Er war juristischer Berater u.a. der Cottbuser Oberbürgermeister Paul Werner und Hugo Dreifert. Als langjähriger Vorsitzender des Liberalen Vereins und seit 1918 der Deutschen Demokratischen Partei (DDP) war er seit 1910 Mitglied der Cottbuser Stadtverordnetenversammlung, der er zeitweilig auch vorstand. Mit dem Wahlsieg der NSDAP 1933 schied er mit der Deutschen Staatspartei aus dem Stadtparlament aus. Abraham Hammerschmidt starb kurz nach seinem 76. Geburtstag am 15.02.1934 in Cottbus. Er wurde in dem 1916 nach dem Tod seiner Frau Berta eingerichteten Familiengrab beigesetzt, um das herum von 1917 bis 1919 der neue jüdische Friedhof am Rande des Südfriedhofs in Madlow entstand.
 
 
Quellen:
Krönert, Hans-Hermann: Cottbuser Heimat-Lexikon. 400 Stichwörter von Altmarkt bis Zuschka. 450 Kurzbiografien von Adelheid von Cottbus bis Zollna, Theo. Unveröffentlichtes Manuskript. Cottbus 2008. | Hammerschmidt, Wolfgang: Spurensuche. Zur Geschichte der jüdischen Familie Hammerschmidt in Cottbus. Gießen 1996.
 
Bildquelle: Foto, Städtische Sammlungen Cottbus
 
Autor: Alexander Kuchta
 

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