Zurück

 1935  

1935

  • Erstmals wird offiziell die Existenz des Cottbuser Fliegerhorstes bestätigt. Auf dem Flugplatz werden bis 1939 mehrer moderne Hallen erbaut. Außerdem erfolgt der Bau der sternförmigen Start- und Landebahnen. Zudem erfolgte in den Flugzeughallen die Montage der "Focke-Wulff 190" mit bis zu ca. 4.000 Beschäftigten.
  • Nachdem auch die Cottbuser Freimaurerloge zwangsaufgelöst wurde, wird nun das Haus der St. Johannis-Loge "Zum Brunnen in der Wüste" in der Lausitzer Straße 11 / Ecke Bahnhofsstraße von der Stadt übernommen. Das Gebäude wird nun für museale Zwecke ausgebaut, im Obergeschoß wird das Landesmuseum für Vor-/ und Frühgeschichte eingerichtet und im Erdgeschoß die Cottbuser Kunstsammlung mit den Gemälden von Carl Blechen ausgestellt. Die Leitung des Vorgeschichtsmuseums übernahm bis 1945 Prof. Pätzold.
  • Zwischen der Stadt und dem Kreistag gibt es eine Auseinandersetzung betreffs weiterer Eingemeindung von Ströbitz, Anteilen von Groß- und Klein-Gaglow, Madlow, Schmellwitz, Saspow, Sielow, die zur Stadt Cottbus kommen sollen.
  • Richard Bröske ist bis 1945 Vorsitzender des Radsportvereins "RK Endspurt 09 Cottbus", das Vereinslokal war die Gaststätte Gottwald in der Forster Straße 134.
  • Bis 1937 erfolgt auch eine umfassende Instandsetzung der Reste der Stadtmauer. Gleichzeitig werden einzelne Ergänzungen der Gesamtanlage errichtet.
  • Die Firma "Günther KG" errichtet eine neue Eingangshalle für den Bahnhof.
  • In der Schillerstraße wird die Reichsbahndirektion erbaut.
  • Es erfolgt der Neubau des Kleinen Spreewehrs, dabei wird auch eine neue Brücke gebaut. Sie erhielt damals den Namen „Brücke der SA".
  • Auch an der Markgrafenmühle wird eine neue Brücke aus Beton erbaut. Dies ersetzt die bisherige alte Holzbrücke.
  • Zum 1. 1. leben in der Stadt 53.977 Bewohner.
  • Schon seit den zwanziger Jahren können in der Spree- und der Turnstraße einfache Quartiere für Wanderer angeboten werden. Da sie zu wenig Platz bieten, beschließen die Stadtverordneten am 19.01. die Einrichtung einer Jugendherberge. Ab August wird die alte Malzdarre an der Stadtmauern hinter der Klosterkirche ausgebaut und zur Jugendherberge umgestaltet.
  • Noch immer bestimmt die Wohnungsnot das Leben zahlreicher Cottbuser. Da weder die Stadt, noch die bestehenden privaten Anbieter und die Wohnungsvereine dieses Problem lösen können, wird am 16.03. die "Wohnungsbau der Werktätigen eGmbH" gegründet. Sie lässt zwischen 1937 und 1939 mehrere Wohnblöcke in der Warschauer Straße errichten.
  • Franz Ruschke wurde am 11.3. 1865 in Bomsdorf bei Guben geboren. Er absolvierte das Lehrerseminar in Neuzelle und wurde 1891 Lehrer an der Cottbuser Gemeindeschule IV in der Dresdener Straße und 1903 Konrektor an der Hilfsschule für Schwachbegabte bis zum Ruhestand. 1896 gründete er eine Zweigstelle des Deutschen Sprachvereins. Ruschke verfasste mehrere Bücher, so u. a. 1909 „Die Sprachbewegungen", eine Einführung in die deutsche Lautlehre, 1910 „Einführung in das Wesen der äußeren und inneren Sprache..." und 1911 „Bunte Leseschule". Er starb am 1.4. in Cottbus.
  • Am 10. 4. beginnt der Cottbuser Kommunistenprozess. Insgesamt 25 Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus werden angeklagt und teilweise zu hohen Haftstrafen verurteilt.
  • Am 14. 5. fordert das Reichsministerium des Innern, dass die Domowina sich dem nationalsozialistischen Staat unterstellen müsse.
  • Nach der Einweihung der neuen katholischen Kirche Maria Friedenskönigin wird am 27. 5. mit einem Hochamt die alte katholische Kirche geschlossen.
  • Die nationalsozialistischen Behörden ordnen am 1. 6. die Räumung der jüdischen Siedlung in Groß Gaglow bis zum 1. 6. 1935 an. Bereits im Mai 1935 wurde das gesamte Inventar versteigert, da der Siedlungsversuch in Groß Gaglow durch die Bereitstellung öffentlicher Mittel ermöglicht worden war.
  • Am 19.6. wird in Oberlind/Sonneberg Heinz Dittrich geboren. Nach einer Feinmechanikerlehre studierte er von 1954 bis 1958 an der Hochschule für Musik Weimar. Als Diplom-Musikerzieher wird er Lehrer an der Bezirksmusikschule Erfurt und 1966 Musikschulinspektor für den Bezirk Cottbus. Von 1968 bis vermutlich 1991 ist er Direktor des Konservatoriums Cottbus.
  • Nach Fertigstellung des 1. Bauabschnittes werden 85 Diensträume im Neuen Rathaus bereits im August bezogen.
  • Am 4. 10. wird eine Briefmarke mit einer Heinersbrücker Tracht wird herausgegeben.
  • Etwa 10.000 SA-Leute feiern am 27. 10. die Einweihung des "Denkmals der nationalen Erhebung" in Cottbus.
  • Am 30. 10. wird in der Branitzer Siedlung Prof. Dr. Johannes Bisse geboren. Nach seinem Botanik-Studium in Greifswald und Jena ging er nach Kuba bildete hier als DDR-Dozent 15 Jahrgänge kubanischer Botaniker aus. Er war führend beteiligt am Aufbau des Nationalen botanischen Gartens von Havanna. Der Wissenschaftler verunglückte tödlich bei einem Verkehrsunfall am 19.12.1984 in Havanna. Er verfasste mehr als 40 botanische Publikationen, vor allem das auf 50 Bände angelegte Werk „Flora der Republik Kuba". Über 100 Pflanzensippen, von Bisse entdeckt oder neu bestimmt, tragen seinen Namen.
  • Prof. Dr. Karl Liersch stirbt am 23. 11. in Cottbus. Er wurde am 2. 3. 1855 in Guben geboren studierte in Leipzig und Halle und war nach seiner Promotion 1880 und seiner Staatsprüfung 1882 zunächst Lehrer in Sorau und Hilfslehrer in Guben. 1895 erhält er seine Berufung an das Cottbuser Gymnasium. Liersch verfasste zahlreiche stadtgeschichtliche Beiträge in den Niederlausitzer Mitteilungen, der Lausitzer Landeszeitung und dem Cottbuser Anzeiger.
  • Am 1. 12. wird unter dem Vorsitz des Malers Franz Graf von Hohensaaten im Cottbuser Museum die Ausstellung anlässlich der Gründung des kurmärkischen Künstlerbundes eröffnet. Hier sind zahlreiche Künstler der Region mit ihren Werken vertreten, so z. B. Franz Lippisch "Bildnis einer alten Frau", Bianca Commichau-Lippisch "Frau mit Haube/Porträt Anna Hobeck" und Gerhard Kuhnt mit dem Bild "An der Klosterkirche Cottbus" sowie der Cottbuser Maler Kleist mit einem Blumen-Aquarell "Cosmea" und der Modellplastik "Kniendes Mädchen" vertreten.

Zurück