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 1920  

1920

  • Das Jahr beginnt mit Neuerungen im städtischen Bildungswesen. Am 13.1.1920 wird in der Augustaschule die „Volkshochschule“ eröffnet. Am 11.11.1920 beschließen die Stadtverordneten, ab 1921 einen besoldeten Stadtschulrat einzusetzen. Nachdem am 15.4.1920 das Grundschuljahr begonnen hatte, wird vierzehn Tage später die erste Cottbuser Schulzahnklinik begründet und am 6.5.1920 die Schulkinderspeisung eingeführt.
  • Am 13.3.1920 ruft sich Wolfgang Kapp sich zum Reichskanzler aus und noch am selben Tag ruft die Cottbuser SPD zum Streik auf. Bei Demonstrationen am 15.3.1920 treffen die Demonstranten auf die Reichswehrtruppen des Major Buchrucker. Der brutale Einsatz des Militärs fordert vier Tote und fünf Verletzte. An die Opfer erinnert noch heute eine Gedenktafel am Spremberger Turm, dem Ort der Kämpfe 1920. In den folgenden Tagen wird eine „Rote Garde“ gebildet und zusammen mit der Verstärkung aus den umliegenden Gebieten kommt es wiederholt zu Kämpfen zwischen den Arbeitern und den Putschisten, so z. B. bei Branitz, Ströbitz, Sachsendorf, Sandow und Willmersdorf.
  • Im April 1920 beginnt für die Cottbuser auch das Zeitalter des Rundfunks. Aus dem etwa hundert Kilometer entfernten Königs Wusterhausen wird die erste Radiosendung empfangen.
  • Am 1.5.1920 ziehen tausende russischer Kriegsgefangene, Delegationen anderer Lager und viele weitere Menschen durch die Stadt. Vom Kriegsgefangenenlager Sielow kommend, gehen sie mit zwei Musikkapellen in Richtung des Friedhofs des Lagers Merzdorf. Auf dem Lagerfriedhof Merzdorf, der heute inmitten des Gewerbegebietes „Merzdorf" liegt, weihen sie ein Denkmal für ihre in fremder Erde ruhenden Kameraden ein. Viele der Männer sind bereits seit den ersten Kriegstagen in Gefangenschaft und warten oft vermutlich sehnsüchtig auf ihre Heimkehr, ihre Familien und Freunde. Einige von ihnen bleibt dies noch über Jahre verwehrt.
  • In dieser Zeit wird auch das Wasserwerk elektrifiziert, jedoch fängt bei Reparaturarbeiten am 28.9.1920 die Kuppel des Wasserturms Feuer. Der wachsende Strombedarf konnte durch das eigene Elektrizitätswerk kaum noch bewältigt werden. deshalb wird die Stadt Cottbus über eine 26 Kilometer lange Fernleitung am 20.8.1920 an das Großkraftwerk Trattendorf angeschlossen. Die Stromversorgung aus dem Kraftwerk wird zum 17.12.1921 aufgenommen.

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