Zurück

 1909  

1909

  • In diesem Jahr wird mit der Anlage des „Kaiser-Wilhelm-Auguste-Viktoria-Hains“ im Volkspark in den Madlower Schluchten begonnen. Der Stadtgärtner Friedrich Glum übernimmt die Gestaltung des 18 Hektar großen Areals. Auch der Verschönerungsverein beteiligt sich und in den folgenden Jahren entstehen Waldwiesen, Waldpark und ein künstlicher Bach. Viele Cottbuser beteiligen sich zudem mit Spenden für Sträucher und Bäume an der Ausgestaltung.
  • An den Gemeindeschulen wurden für die Schulsparkassen nun einheitliche Verfahren eingerichtet. Das Einsammeln der Gelder übernahmen die Lehrer.
  • Auf ca. 1.000 Einwohner entfiel in Cottbus ein Stadtverordneter und entsprechend der steuerlichen Leistungsfähigkeit waren in der 1. Steuerklasse 132 Bürger, in der 2. Steuerklasse 980 und der 3. Steuerklasse 6.347 eingruppiert. Wahlberechtigt waren somit in der Stadt etwa 7.500 Personen, die das Bürgerrecht besaßen. Die Wahlbeteiligung lag bei etwa 50 %. In Sandow wurde ein Sozialdemokrat für das Cottbuser Stadtparlament gewählt.
  • Otto Huckenbeck begründet seine Firma als Walke und Appretur am Kaiser-Wilhelm-Platz 51.
  • Die Cottbuser Firma Melde-Korn errichtet in Berlin eine Zweigniederlassung.
  • Der zweigleisige Ausbau der Eisenbahnstrecke nach Görlitz wurde abgeschlossen.
  • Der Cottbuser Unternehmer Max Grünebaum erhält die Ehrenbürgerschaft der Stadt.
  • Der sorbische Lehrer Joseph Frenzel wird geboren. Er legte mit einer Sammlung zur niederlausitzer Literatur den Grundstock für das Wendische Museum. Joseph Frenzel starb 1991.
  • Im Garten eines Gasthauses in der Waisenstraße stellte Wilhelm Charlett ein selbstgebautes Flugzeug aus. Dieses war acht Meter lang und hatte neun Meter Flügelspannweite.
  • In Ströbitz gründete die Krankenschwester Karoline Möller eine private Klinik, das spätere Karolinenheim Ströbitz in der Gartenstraße. Karoline Möller war verheiratet mit dem Arzt Dr. Leipoldt.
  • Die große Mühle in Madlow beschafft sich das erste Cottbuser Lastauto, um damit täglich Getreide und Mehl nach Cottbus liefern zu können.
  • Die Madlower Chaussee wird zur "Staubbekämpfung" geteert.
  • Der Architekt W. Flemming wurde geboren. Er prägte in den sechziger und siebziger Jahren das Bild der Stadt Cottbus ganz wesentlich mit. So war er beteiligt am Bau des Max-Reimann-Stadions und des Schwimmstadions. großen Anteil hatte Fleming an der Gestaltung der wieder aufgebauten Spremberger Straße und auch an der regionalen Anpassung und Fassadengestaltung des Wohnblocktyps 53. Flemming starb 1991.
  • Am 1. 1. wird eine Polizeiverordnung über den "Tatsächlichen Kehrzwang"erlassen.
  • Am 26. 1. promovierte Fräulein Katharina Samson, Tochter des früher hier ansässigen Fabrikbesitzers und Stadtrat Gustav Samson, an der philosophischen Fakultät Berlin mit "magma cum laude" mit einer biologischen Arbeit "Zur Anatomie von Ixodes ricinus L.".
  • Die Stadtverordnetensitzung vom 12. 2. beschließt über die Verwendung des Zöllnerschen Erbes für die Gestaltung der Grünanlagen an der Stadtpromenade. Es war ein Betrag von 35.000 M gestiftet worden.
  • Im Cottbuser Schützenhaus beraten am 14. 3. Vertreter von 13 Niederlausitzer Schützengilden Formen ihres Zusammenschlusses.
  • Der „Beamten-Wohnungs-Verein" zählt am 03. 5. 265 Mitglieder.
  • Am 21. 04. beschloss die Stadt den für 30 Jahre geltenden Stromvertrag mit Ströbitz. Dazu werden Investitionen in Höhe von ca. 49.000,- M erforderlich. Danach können die ersten 30 von insgesamt 60 Interessenten in Ströbitz mit Strom aus Cottbus versorgt werden.
  • Am 6. 5. wird ein Komitee zur Errichtung des Alvenslebens-Denkmals in Cottbus gegründet. Zu den Mitgliedern gehört u. a. der kommandierende General des 3. Armeekorps Karl von Bülow (1846 - 1921) als Vorsitzender und als Stellvertreter der Oberpräsident der Provinz Brandenburg August Bodo Wilhe.
  • Am 10. 5. brach gegen 11.30 Uhr im zweistöckigen Gebäude der Fettgasanstalt am Cottbuser Bahnhof ein Feuer aus. Eine gewaltige Rauchsäule entstand, die Anlagen der Ölgasproduktion brannten aus. Ehe die Feuerwehr eingreifen konnte, brannte auch der Dachstuhl, so daß ein Löschen nicht mehr möglich war.
  • Die vierte Straßenbahnlinie zwischen Spreewaldbahnhof und Oberkirche wird am 5. 6. als Grüne Linie in Betreib genommen.
  • In der zweiten Augustwoche tagt die "Deutsche Dendrologische Gesellschaft" (gegründet 1892, sie hat ca. 2.000 Mitglieder) in Cottbus, Ausflüge führen die Teilnehmer u. a. in den Spreewald, ins Senftenberger Grubengebiet und in den Branitzer Park.
  • Am 10. 9. wird die Garnweberinnung aufgelöst. Zu ihr gehören nur noch sieben Mitglieder. Im Cottbuser Anzeiger wird der Artikel "Das Gewerk der Garnweber in Cottbus 1443 - 1909" abgedruckt.
  • Der Cottbuser Ruderklub wird am 15. 9. gegründet. Das Vereinshäuschen befand sich am Mühlgraben gegenüber der Markgrafenmühle.
  • Am 3. 11. tagen die Stadtverordneten erstmals im neuen Sitzungssaal des ehemaligen Hotels Goldener Ring, dem jetzigen Stadthaus I.
  • Am 18. 11. verstirbt im Alter von 69 Jahren Dr. jur. Carl Meyer, Geheimer Rat und vortragender Rat im Ministerium des Fürstenhauses Schwarzburg-Rudolstadt. Er war zwischen 1880 und 1892 Oberbürgermeister in Cottbus und zuvor Stadtrat in Potsdam.
  • Bei der stichtagsbezogenen Viehzählung am 10. 12. wurden von insgesamt 2.576 Gehöften auf 570 Gehöften im Stadtkreis Cottbus Vieh gehalten. Im Landkreis wurden auf 7705 Gehöften von insgesamt 7.901 Gehöften Vieh gezählt.

Zurück