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 1901  

1901
  • Der Verschönerungsverein übernahm die gärtnerische Ausschmückung der Schloßberg-Lehne und verbindet durch einen promenadenartigen Fußweg über den „Schloßsteg" den Luckauer Wall mit dem Stadtpark (heute Goethepark). Auch mit der Gestaltung des „Außenparks" zur Verbindung mit dem Branitzer Park wurde damals begonnen.
  • Die Stadt begann mit der systematischen Sammlung des kulturhistorischen Materials. Von Ewald Müller erschien ein „Führer durch die Stadt Cottbus und ihre Umgebung".
  • Auswirkungen hatten nun die neuen Haftpflichtbestimmungen nach dem neuen Bürgerlichen Gesetzbuch. So verzichteten nun die Lehrerkollegien z.B. der Mittelschule auf die Durchführung traditioneller Schulfeste, die in Gartenlokalen („Bellevue", „Neuholland") gestaltet wurden. Auch Klassenspaziergänge und Schulausflüge wurden nun eingeschränkt.
  • Es entstanden neue Betriebe, so die Färberei Max Rühtz (Klosterstraße 26), die Brauerei Gustav Schultze & Söhne (Görlitzer Straße6/8) und die „ZEMA" – Spezialmaschinenfabrik in Ströbitz und die „Niederlausitzer Bank AG (Kaiser-Friedrich-Straße 7, heute Karl-Liebknecht-Straße). 
  • Mit dem Ausbau des „Männerbades" an der Spree wurde begonnen.
  • Im Norden der Stadt entstand die „Rieselfeld-Vereinigung".
  • Der „Turnverein Cottbus 1861" entschied sich für das „Frauen-Turnen" und sogar eine Sektion des „Deutschen und Österreichischen Alpinenvereins wurde in Cottbus gegründet.
  • Von nun an konnten man auch einen „bebilderten Gruß von Cottbus" in die Ferne senden - Ansichtskarten zeigen noch heute die damalige Stadt und einzelne Gebäude in Farbe.
  • 25 Ärzte, drei Zahnärzte und 3 Tierärzte sowie 4 Apotheken versorgen die Einwohner der Stadt.
  • Es entstanden hier auch Kunstwerke, so Wilhelm Kuhnerts (1865 - 1926) Bild „Auf Leben und Tod" und Elisabeth Wolfs (1873 – 1964) Darstellung „Zwei Frauen am Fenster".
  • Bildung der Kreisamtsbezirke Cottbus-Stadt und Cottbus-Land.
  • Die Cottbuser Möbelfabrik W. Schreiber (Berliner Straße 24) erhält auf de Leipziger Messe einen Ehrenpreis.
  • Der Tuchfabrik Richard Wolff übernimmt die bereits 1872 von Georg Voigt begründete Tuchfabrik zur Herstellung von Herrenstoffen in der Bautzener Straße 157-159. Später wird Theodor Fröhner Eigentümer der Fabrik, die 1945 zerstört wird.
  • Am 18. Januar wird geboren Franz Noack, Tuchmacher und antifaschistischer Kommunist, 1976 Ehrenbürger der Stadt geworden.
  • Am 17. März erleben die Cottbuser die Eröffnung einer „Gewerbe-Ausstellung für Nahrungs- und Genußmittel. Eine Goldmedaille erhielt u.a. die Firma H.P. Lehmann (Spremberger Straße 13) und einen Ehrenpreis erhielt die Firma Paul Stoy – Cigarren- und Tabak-Fabrik".
  • Am 1. April wird die „Adler-Apotheke" am Altmarkt von Dr. Elze und Wagenknecht übernommen
  • Am 17. April wird nach Hochwasserschäden der Bau einer Notbrücke über die Spree am Kleinen Spreewehr beschlossen.
  • Am 27. April öffnete das neue Offizierskasino in der Kaiser-Friedrich-Straße (heute Karl-Liebknecht-Straße).
  • Am 29. April wird die neue „Magirius-Feuerleiter" von der Berufsfeuerwehr getestet. Außerdem wird an diesem Tag eine Ortsgruppe des „Deutschen Flottenvereins" gegründet.
  • Am 1. Mai erfolgt die Bildung der kirchlichen Seelsorgebezirke in der Stadt.
  • Am 17. Juni faßt die jüdische Gemeinde den Beschluß zum Bau einer neuen Synagoge und am 3. Juli erfolgt in der Jahrstraße die Grundsteinlegung für die neue Synagoge.
  • Am 4. Juli kauft Eduard Brandrup die Kronenapotheke und verlegt diese in das Haus Marienstraße 18. Insgesamt gibt es nun in der Stadt 4 Apotheken.
  • Am 31. Juli müssen die Ballonflieger Berson und Süring an der Burger Chaussee bei Briesen notlanden.
  • Am 11. August erhält die Firma „Siemens & Halske" den Gesamtauftrag zum Bau des Elektrizitätswerkes und der Einrichtung des Straßenbahnverkehrs.
  • Im September erfolgt die Inbetriebnahme der nördlichen (41 Meter lang) und südlichen (ca. 30 Meter lang) Bahnhofsbrücke. Die bisherige hölzerne Konstruktion wurde nun durch einen Massivbau ersetzt.
  • Am 4. September wird der Erweiterungsbau der „Gemeindeschule IV" übergeben.
  • Zu Michaelis eröffnet unter Leitung des Rektors Wiesner ein außerordentlicher Präparandenkursus zur Lehrerausbildung.
  • Am 22. September weilt Prof. Dr. Robert Koch mit anderen Persönlichkeiten in der neu eingeweihten Lungenheilstätte in Kolkwitz.
  • Im Dezember wird eine neuen „Sauer-Orgel" in der Schloßkirche eingebaut.
  • Am 6. Dezember verstirbt im Alter von 87 Jahren in Leipzig die erste deutsche Berufsfotographin Berta Wehnert-Beckmann, die in Cottbus geboren wurde.
  • Am 12. Dezember erregt ein Auffahrunfall der Spreewaldbahn auf dem Bahnhof Briesen die Gemüter.
  • Am 31. Dezember erhält die „Amalienstraße" ihren Namen nach der Gattin des Zimmermeisters Karl Simon (Karlstraße).
  • Die Innung des Lohgerbergewerkes löst sich in Cottbus auf.

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