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 1894  

1894

  • Die Teppichfabrik „Krüger & Hahn" an der Jägerbrücke 2 des Fabrikanten Emil Hahn und Otto Krüger wird gegründet.
  • Der Magistrat bestätigt das „Projekte zur Einführung der Kanalisation und Wasserversorgung" gemeinsam mit dem Stadtbebauungsplan.
  • Das Unternehmens „Kunella" wird von Ludwig Kunert und seiner Familie als Handelsunternehmen in der Berliner Straße 86 begründet. Es werden Käse, Mayonnaisen und Salate produziert. Und Gemüse verarbeitet. Die Ehefrau Ajjam Kunert betrieb in der Sandower Straße 54 ein Buttergeschäft. Der Firma wird ein Lebensmittel-Großhandel angeschlossen und es werden insgesamt 19 Filialen in Cottbus, Sachsen und Schlesien aufgebaut.
  • Die erste Abraumförderbrücke in Deutschland nimmt im Niederlausitzer Braunkohlenrevier den Betrieb auf.
  • Der Apotheker F. Gabler richtet in der Sandower Hauptstraße 31 die „Sandower Apotheke" ein.
  • Die Mineralwasserfabrik Heinrich Birk in der Roßstraße 33, das Hotel „Stadt Hamburg" in der Blechenstraße 1 und die Maschinenbau-Anstalt Martin Krüger in der Briesmannstraße 1 werden gegründet.
  • In Ströbitz wird der Arbeiterturnverein „Jahn 1894" gegründet. Hier wurde geturnt, Fuß- und Handball gespielt und Leichtathletik betrieben. Auch in Sachsendorf und Kolkwitz gründen sich Turnvereine.
  • Erstmalig wird am 01. 01. das neue Jahr durch die Glocken der Oberkirche eingeläutet. Zwei Jahre lang bemühte sich darum der Magistrat, ehe der Kirchenrat zustimmte.
  • Etwa 30 Schlittschuhläufer brechen am 01. 01. auf der dünnen Eisdecke des Hospitalteiches hinter der Wehrbrücke am Ostrower Steg ein. Ein 13- und ein 11-jähriger Junge ertrinken dabei.
  • Am 07. 02. wird Hugo Dreyfert in das Amt als 1. Beigeordneter, das ist der 2. Bürgermeister der Stadt, eingeführt. Der Stadtkassenrendant Nüßler aus Sprottau wird zum besoldeten Stadtrat gewählt.
  • Der Kreisausschuss wählt am 03. 03. den bisherigen Landratsamtsverweser Freiherr Oskar von Wackerbarth zum Landrat.
  • Die Unternehmer Petzold und Huster planten vom 09. bis 18. 03. in den Räumen des Konzerthaus Kolkwitz eine „Internationale Ausstellung für Gewerbe, Nahrungsmittel und Volksernährung mit Massenverpflegungsmitteln". Dazu tagte am 29.1.1894 eine Versammlung von Interessenten. Gäste waren u. a. Prinz Friedrich von Hohenzollern, General des 3. Armeekorps sowie Regierungspräsident von Putkammer.
  • In der Taubenstraße 37 wird am 01. 04. eine neue katholische Gemeindeschule eröffnet.
  • Die erste Postzweigstelle in Sandow wird am 01. 05. eröffnet.
  • Mitte Mai wird der Turm der „Lindenforte" wegen Baufälligkeit abgebrochen und neu ausgeführt.
  • Beratung des Auf Drängen des Oberbürgermeisters Werner berieten die Stadtverordneten am 23. 05. den ersten „Stadtbebauungsplanes". Er war bereits langfristig auf eine Bevölkerung von etwa 20.000 Einwohner ausgelegt. Ebenfalls berieten die Stadtverordneten die Vorlage des Stadtbauamtes zum Projekt der Einführung der Kanalisation und Wasserversorgung und stimmten dieser zu. In der gleichen Sitzung billigten die Stadtverordneten den Turnhallenbau auf dem Schulhof der Realschule.
  • Dem früheren Zirkusbesitzer Merkel verbrannte am 03. 06. im Loll’schen Garten ein Luftballon, der mit Heißluft gefüllt werden sollte, um eine Luftfahrt anzutreten. Die mit vielen Kindern gesegnete Artistenfamilie wurde damit aller Existenzmittel beraubt. Private Sammlungen verhalfen der Familie zum weiteren Fortkommen.
  • Die Stadtverordnetensitzung bestätigt am 06. 06. die Magistratsvorlage zur Erwerbung des Schulgrundstücks von Dr. Rohtenbücher für 66.000,- Mark. Die Stadt Cottbus übernimmt damit Augustaschule von Dr. Rothenbücher.
  • Im Rathaus wird am 13. 07. der Ratskeller als Gaststätte eröffnet. In der Stadtverordnetenversammlung am 08. 08. wird dem Ausbau des Ratskellers als Gaststätte zugestimmt. Die Kosten betragen 21.000 Mark. Dafür übernimmt der Ratskellerpächters Goldstein den Ratskeller weiterhin 10 Jahre mit einer jährlichen Pacht von 3000,- Mark.
  • Im September fordert der Organist der Oberkirche Graner Damen und Herren auf, einem zu gründeten Kirchenchor beizutreten. Bereits im Oktober wird dann bereits der Kirchenchor in Cottbus gegründet.
  • Am 06. 09. stürzt wegen Baufälligkeit der obere Teil des Stadtgefängnisses an der Lindenpforte ein. Dadurch ist der sogenannte "Brummstall" und die große Zelle nach dem Berliner Platz offen.
  • Eine mit Stroh gedeckte Scheune des Brauereibesitzers Noack am Ostrower Platz brennt am 26. 09. ab. Damit musste die Feuerwehr nach 13 Monaten Pause wieder einmal ausrücken.
  • Drei große deutsche Teppichfabriken Fabrik, „Gevers & Schmiedt" in Schmiedeberg i./R., „Oskar Prietsch" in Cottbus und „Dehmann, Spoerer & Friedrichs" in Hannover-Linden schließen sich zur „Vereinigte Smyrna-Teppichfabriken Aktiengesellschaft" zusammen. Ihr Grundkapital belief sich auf 1,8 Millionen Mark. Sie hat ihren Firmensitz in der Berliner Straßen in Cottbus und zugleich eine Zweigstelle in Berlin. Die ehemaligen Teppichfabrik "Lehmann, Spoerer und Friedrichs" firmiert seit dem 27. 09. als „Vereinigten Smyrna-Teppich-Fabriken".
  • Die Gendarmerie-Offiziersstation wird am 01. 10. nach Cottbus verlegt. Ihr sind die Oberwachtmeister und Gendarmen der Kreise Lebus, Crossen, Sorau, Guben, Lübben, Cottbus, Spremberg, Calau, Luckau und Lübben unterstellt.
  • In der Nacht zum 23.Oktober wurde das Thermometergehäuse des königlich preußischen Meteorologischen Instituts, das an der Wohnung des Beobachters, dem Redakteur beim Cottbuser Anzeiger Renkert, in der Hubertstr. 3 zu ebener Erde angebracht war, „von Bubenhänden gewaltsam beschädigt und die darin untergebrachten Instrumente entwendet worden."
  • Franz Gabler erhält am 13. 11. die Personalkonzession zur Eröffnung der Sandower Apotheke in der Sandower Hauptstraße 31.
  • Die letzten drei Leichen wurden am 27. 11. von Ostrower Begräbnisplatz abends ausgehoben und nach dem Zentralfriedhof überführt. Er verliert damit den Charakter eines Begräbnisplatzes und wird im Herzen von Ostrow gelegen, zum öffentlichen Platz.
  • Cottbuser Bahnhof wurde auf der Strecke Halle – Cottbus - Sagan am 01. 12. die Bahnsteigsperre eingerichtet. Diese Bahnsteigsperren verursachten bei der Zugankunft lange Staus, da jeweils nur eine Person hindurch konnte. Zugleich wurden Bahnsteigkarten verkauft.

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