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 1842  

1842

  • Die Stadtverordneten stellten den Antrag, den Neustädter Platz zu planieren und mit einer hölzernen Rinne zur Ableitung des Regenwassers zu versehen.
  • Das Provinzialschulkollegium forderte den Magistrat auf, „ernstlich für ein angemessenes Schullokal" zu sorgen.
  • Der Cottbuser Magistrat berichtete, dass „die Verminderung der Tuchfabriken aus der Überflügelung der kleineren Fabrikanten durch große, reiche Fabrikunternehmer zu erklären sei". Die Cottbuser Tuchfabrikanten Siegfried Kahle, Eduard Kahle und Wilhelm Michovius erhalten Konzessionen für mehr- bzw. vollstufige Tuchfabriken. Heinrich Kittel stellte erstmals auch Buckskin, das sind gemusterte Tuche, her, die bald den Hauptteil der Cottbuser Tuchfabrikation ausmachten. Seine Tuchfabrik richtete er in der ehemaligen Bastei, der späteren Jugendherberge am Klosterplatz ein. Ihm gehörten sechs von zehn Jacquard-Webstühlen, die in Cottbus zu dieser Zeit vorhanden waren. Für den zentralen Maschinenantrieb sorgte ein Pferdegöpel. August Magner richtete in der Markgrafenmühle eine private Tuchwalke ein. Insgesamt wurden in der Cottbuser Tuchindustrie 11.560 Tücher hergestellt.
  • Nach 30-jähriger Unterbrechung erscheint am 08.01. mit „Jutnicka", („Morgenstern"), herausgegeben von Jan Petr Jordan aus Zischkowitz, wieder eine sorbische Zeitung. Jedoch musste bereits nach der 26. Nummer die Herausgabe wiedereingestellt werden.
  • Im alten Stadtlazarett wird am 19.01. eine private Spinnerei eingerichtet, in der arbeitslose Personen beschäftigt werden.
  • Der Cottbuser Magistrat beantragt am 21.01. die Errichtung einer Handelskammer, da die Niederlausitz bei der minderen Produktivität ihres Bodens hauptsächlich durch Handel und Gewerbe gehoben werden könne".
  • Obwohl der Tuchfabrikant Wilhelm Domcke mit 355 Talern das höchste Gebot abgab, entschied sich der Magistrat am 30.05. für den bisherigen Pächter Christian Prosch.
  • Am 29.06. wird Gustav Moritz in Schlepzig bei Lübben geboren. Nach seinem Studium ließ er sich als Arzt in Cottbus nieder. Unter dem Pseudonym „Samota" verfasste er zahlreiche Bücher.
  • Am 02.07. erschien die erste Nummer der Wochenzeitung „Tydzenska Nowina".
  • Die Regierung in Frankfurt/Oder erteilte im September die Genehmigung zur Errichtung eines privaten „Packhofes" in Cottbus. Einige Cottbuser Kaufleute mieteten Räume eingangs der Berliner Chaussee. Hier befand sich auch der „Zollhof". Dieses Grundstück lag etwa zwischen Lieberoser Straße und Berliner Platz.
  • Die zwischen Cottbus und Drebkau „coursierenden Cariolpost" wird am 01.09. eingestellt. Die „Cariole" war ein leichter zweirädriger Wagen. Bereits am 03.10. wurden nach der Aufhebung der Posthalterei 16 Pferde nebst Geschirr und Wagen zum Verkauf angeboten.
  • Am 04.12. inseriert Friedrich August Schmalfuß im Cottbuser Wochenblatt, dass er Lichtbilder „im neuesten fotografischen Verfahren auf Metallplatten, die so genannten Daguerreotypien, anfertige".
  • Im "Cottbuser Wochenblatt" erscheinen im Dezember Angebote zum Weihnachtsfest. So bietet H. Friedland Pfefferkuchen und Marzipan, Malaga-Citronen, Weine, Liköre von den „Materialisten" an. Aber auch Klempnermeister B. Förster empfiehlt seine „Dienste", die ersten Stahl-Schreib-Federn werden angeboten und der Maler Carl Heinrich Vester empfiehlt sich als „Portraitmaler".

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