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 1818  

1818

  • Der Stadt- und Landkreis Cottbus zählt 32.562 Einwohner. Cottbus zählt 5.557 Einwohner, in Schmellwitz wurden 164 Einwohner mit 44 Feuerstellen gezählt und Madlow hatte 183 Einwohner und es gab hier eine Wasser-Mahlmühle, eine Schneidemühle und die Walkmühle der Cottbuser Tuchmacher. Von 1.452 Einwohner in Sandow sollen nur noch 40 "wendisch gesprochen" haben.
  • Carl Julius Weber schrieb über den Namen Cottbus in seinem Buch "Aus den Briefen eines in Deutschland reisenden Deutschen": "Ich meine jedoch, der Name kommt von dem wendischen "Choitsche Butky", das bedeutet soviel wie "schöne Häuschen", was nun freilich beim Anblick nicht ganz einleuchten will…".
  • William Cockerill ließ im Cottbuser Schloss die ersten, durch Dampf getriebenen Spinnmaschinen montieren. Auch Rauh-, Scher- und Bürstenmaschinen läßt er bauen. Mit der Einrichtung der Fabrik 1816 wurden diese Maschinen zunächst durch Rosswerke betrieben.
  • Peter Joachim Schröder, sächsischer Hauptmann a.D., erwarb von David Hoffmann für 2.500 Taler das Haus Klosterstr. 48, das sogenannte „Lucknersche Haus", in das 1819 die Post verlegt wird.
  • Die ehemalige Schule in Sandow, aus der Parochialschule der Klostergemeinde hervorgegangen, erhält ein neues Gebäude, in dem zunächst 140 Kinder von einem Lehrer unterrichtet wurden.
  • In Cottbus werden 172 1/4 Eimer französische und andere Weine sowie 54 Eimer Landwein eingeführt.
  • Den Ratskeller und die Stadtwaage erwirbt am 7.1. mit dem Höchstgebot von 219 Talern Carl August Ackermann.
  • Oberbürgermeister Krenkel und Superintendent Bolzenthal bescheinigen in einem Zeugnis vom 18.1. für Johann Friedrich Wilhelm Scheibner, dem Sohn des Justizamtmanns, daß das hiesige Lyceum „immer eine gelehrte Schule war".
  • Die Lehrer des Cottbuser Gymnasiums erhalten am 18.2. nach einer Überprüfung 250 Reichstaler, die auf Grund der schlechten Besoldung unter sie verteilt werden sollten.
  • Superintendent Bolzenthal berichtete am 22.6., daß dem Rektor Halenz vom Gymnasium es an kräftiger Gesundheit, an Charakterfestigkeit und imponierenden Wesen fehle. Nach eingehenden Gesprächen begnügte er sich mit der Stelle als Konrektor.
  • Am 16.8. fand eine eingehende Revision des Lyceums durch den Oberkonsistorialrat und Schulrat Nolte statt.
  • Die Stadtverordneten beschlossen am 21.8., neue Anschläge über den Neubau des Spremberger Turmes einzuholen und die Turmuhr wieder gangbar zu machen.
  • Das Ministerium gewährt am 6.10. einen staatlichen Zuschuss von 1.100 Reichstalern und befürwortet die Erhebung des Lyceums zum Gymnasium ab 1. Januar 1819. Dadurch wurde das Lyzeum aufgelöst. Die oberen Klassen werden in ein Gymnasium verwandelt, das den Namen Friedrich-Wilhelms-Gymnasium erhält. Als Vorschule galt die Elementarschule, die in Verbindung mit dem Waisenhaus bestand. Am 20.10. erging die Verfügung des königlichen Konsistoriums zu Berlin an den Superintendenten Bolzenthal und den Magistrat von Cottbus zur Umwandlung des Lyzeums in ein Gymnasium. Erster Direktor wurde Dr. Reuscher, der bereits am 20. März 1818 in sein Amt eingeführt wurde.
  • Im Herbst 1818 beklagt sich Carl August Ackermann über die Gutsbesitzer des Kreises, die ihre Wolle "nicht über die Ratswaage brachten".

 

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