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 1813  

1813

  • In diesem Jahr wird Dr. Johann Mathias Michael Rudolf als Kreyßphysikus angestellt. Er wird dieses Amt bis 1852 ausüben.
  • Frau von Beust gibt neue "Statistische Nachrichten von Cottbus" heraus.
  • Die Cottbuser Handelsfirmen "F. G. Brückner Erben" wird am 01.01. in Cottbus gegründet.
  • Am 27.01. ziehen preußische Truppen durch die Stadt und werden von den Bewohnern herzlichst begrüßt.
  • Im Februar rücken einige hundert geschlagene polnische Reiter, Reste von 5-6 napoleonischen Regimentern, aus Russland kommend, durch Cottbus. Außerdem sammeln die Cottbuser bereits vor Blüchers Aufruf 1.200 Taler für die Volksbewaffnung.
  • Am 12.03. trifft Major Ludwig Freiherr von Lützow mit seinem Adjutanten, Turnvater Friedrich Ludwig Jahn, in Cottbus ein. Er nimmt Quartier im Hause 149 am Neumarkt. Jahn wohnte in der Beletage des Hauses 148. Am 13.03. wird eine kleine Übung in der Gegend der Brannaschken Kaserne abgehalten. Drei Tage später erklärt Preußen Frankreich offiziell den Krieg und am 21.03. treffen die ersten Kosaken in Cottbus ein.
  • General von Blücher erlässt am 22.03. einen Aufruf an die Cottbuser: "Wer ehedem die Waffen für Preußen getragen hat, sammle sich aufs neue zu unseren Fahnen, wer sie für unsere Unabhängigkeit zu ergreifen gedenkt, rüste sich und stelle sich zu uns ein." Am selben Tag erfolgt die Abnahme des sächsischen Wappens und der Auftrag an den Tischler Bergmann für die Anfertigung eines neuen preußischen Adlers.
  • Am 27.3.1813 nimmt Marschall Blücher Stadt und Herrschaft Cottbus wieder in preußischen Besitz.
  • Cottbus wird am 27.03. wieder preußisch. "Marschcommissar" von Tempsky und Justizdirektor Streckenbach aus Löwenberg kommen im Auftrag des "Generallieutenant von Blücher Excellenz" nach Cottbus.
  • Am 28.03. fordert der Cottbuser Oberbürgermeister Johann Christian Krenkel in seinem Aufruf: "Alles, was nun Kraft hat, eile zu den Waffen!" und es erfolgt die Bildung eines "Freiwilligen Jägerdetachements", für das sich 183 Freiwillige melden, die in die Gegend von Königs Wusterhausen marschieren. Zudem spenden die Cottbuser etwa 8.000 Taler für den Kampf gegen Napoleon.
  • Am 31.03. leisten weltliche und geistliche Behörden und die Kreisstände den Treueeid auf Preußen.
  • Friedrich Ludwig Jahn trifft am 11.5. als Adjutant gemeinsam mit Major von Lützow in der Stadt ein. Es wird ein „Freiwilliges Jägerdetachements" mit 103 Cottbusern gebildet, welches in die Gegend von Königs Wusterhausen marschiert. Zudem spendeten die Cottbuser etwa 8.000 Taler für den Kampf gegen Napoleon.
  • Während des Waffenstillstandes vom 04.06. bis zum 10.08. erscheinen am 13.06. unvermutet französische Truppen und einige Westfalen in Cottbus. Der westfälische General Wolff ordnet am 15.06. die sofortige Abnahme des preußischen Wappens vom Posthause an und erklärt, dass Cottbus weiterhin zum Königreich Sachsen gehört.
  • Am 16.07. versuchen fünf flüchtige westfälische Soldaten, die gewaltsam in sächsischen und napoleonischen Dienst gepresst waren, nach Preußen zu desertieren. Sie werden jedoch wieder eingefangen und im Wäldchen hinter dem ehemaligen Rennbahngelände bei Sielow standrechtlich erschossen.
  • Am 17.08. besetzt eine preußische Abteilung die Stadt und nimmt etwa dreißig Franzosen gefangen, die als Besatzung in der Stadt waren. Es werden erneut die sächsischen Hoheitszeichen gegen preußische ausgetauscht.
  • Beim Begräbnis eines jungen Mannes am 16.04. in der Vorstadt Ostrow stürzt der Chor der Kirche ein. Es gibt Tote und Verletzte.
  • Ludwig Heinrich Bolze wird am 13.05. in Brandenburg/Havel geboren. Nach seinem Studium kommt er 1845 an das Cottbuser Gymnasium und bleibt hier als Lehrer für Mathematik und Naturwissenschaften bis 1882. 1846 gründet er einen Handwerkerbildungsverein, 1848 ruft er zur Gründung eines Wohltätigkeitsvereins auf. Er stirbt am 14.12.1888 in Berlin.
  • In Cottbus bildet sich am ein 22.10. Verein zur Unterstützung und Verpflegung der verwundeten und invaliden Krieger. Eine Sammlung erbringt 1.362 Taler, 12 Groschen und 9 Pfennige.
  • Am 23.10. wird Ludwig Leichhardt in Trebatsch bei Beeskow geboren. Er besucht das Cottbuser Gymnasium und studiert in Berlin und Göttingen. Zwischen 1837 und 1841 unternimmt er mehrere Studienreisen durch Europa. 1841 tritt er die Überfahrt nach Australien an und macht zwischen 1844 und 1845 eine erste wissenschaftliche Expedition durch den Kontinent. Zwischen Oktober 1846 und Juli 1847 unternimmt er eine zweite Expedition, die aber abgebrochen wird. Die dritte Expedition unternimmt Leichhardt im Frühjahr 1848. Am 5./6.04.1848 werden Ludwig Leichhardt und seine Gefährten letztmalig gesehen, seitdem fehlt jede Spurt von ihnen.

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