Cottbus-Chronik

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 1952  

1952

  • Sieben Jahr nach dem Ende des verheerenden 2. Weltkrieges muß der Cottbuser Bürgermeister Bertram feststellen, daß etwa 90 Familien mit bis zu 10 Personen in Zwei- bzw. Dreiraumwohnungen leben, etwa 50 Familien noch in Kellern zu Hause sind und ca. 185 Familien in Gartenlauben Quartier gefunden haben.
  • In diesem Jahr wird mit der gärtnerischen Umgestaltung des Goetheparkes begonnen.
  • In einem Solidaritätseinsatz wir der Amtsteich entschlammt. Die Brückenlager der Doppelbrücke werden umgebaut für den Einbau eines Pumpenhauses. Der Bildhauer Felgenträger fertigt die Plastiken „Fischotter" und "Enten" und der Cottbuser Holzbildhauermeister Felix Hertelt die neuen Holzschilder an.
  • Die Cottbuser Tuchfabrik eröffnet einen ersten Betriebskindergarten.
  • Die Dachpappenfabrik „Werner & Co" in der Peitzer Straße brennt nieder, auch der Einsatz der Cottbuser Feuerwehr kann dies nicht verhindern.
  • Um den Priorgraben am Rasenweg in der Nähe der Madlower Post zu überqueren, wird eine einfache Betonbrücke an dieser Stelle errichtet.
  • Die Landesregierung vergibt den Auftrag für den Entwurf einer Brücke über die Spree an das Büro Erich Brendup in Potsdam. Es werden insgesamt drei Entwürfe vorgelegt.
  • Unter der Leitung von Joseph Rose, 1896 – 1975 und seit 1936 am Cottbuser Theater als Geiger engagiert, erfolgt die Umgestaltung des „Gemeinschaftsorchesters Cottbus" zum „Kulturorchester".
  • Die Volksmusikschule, Vorgänger des Cottbuser Konservatoriums, befindet sich in der ehemaligen „Schreiberschen Orchesterschule" in der Berliner Straße 118/119.
  • In diesem Jahr wird begonnen, in die Wagen der Spreewaldbahn Knorr-Druckluftbremsen, elektrische Beleuchtung sowie Ofenheizungen und Toiletten einzubauen.
  • Die Betriebssportgemeinschaft Medizin Cottbus wird gegründet.
  • Auf dem Cottbuser Flugplatz beginnen sowjetische Fluglehrer mit der Ausbildung deutscher Piloten. Geflogen werden u.a. Jak-11, Jak-18 und der Strahltrainer Mig-15Uti. Diese waren zur Tarnung mit dem Roten Stern gekennzeichnet.
  • Zunächst organisieren sich die Versorgungsbetriebe neu, am 1. Januar 1952 wird der VEB (Kombinat) Verkehrsbetriebe gebildet und direkt dem Rat der Stadt unterstellt. Ein halbes Jahr später wird zum 1. Juli 1952 der VEB (Kombinat) Energieverteilung Cottbus begründet und am 1. Oktober 1952 auch das städtische Gaswerk diesem Kombinat zugeordnet.
  • Am 25. Januar 1952 findet die Eröffnung der Kinderkrippe Nord in der Seminarstraße statt. Zunächst gibt es 15 Plätze für Kleinstkinder.
  • Der Branitzer Park wird am 31. März 1952 zum Naturschutzgebiet erklärt. Erst in späteren Jahren wird der Park mit dem Museum im Schloß zusammengeführt und auch als Denkmal der Gartenbaukunst bewertet.
  • Die Verwaltungsstrukturen werden im Land Brandenburg mit dem Gesetz vom 25. Juli 1952 neu geregelt und die Bezirke Cottbus, Frankfurt und Potsdam gebildet. Insgesamt werden in den fünf Ländern 14 Bezirke und die bezirksfreie Stadt Berlin gebildet.
  • In Cottbus konstituiert sich am 11. August 1952 der Bezirkstag. Er nutzt nun das Neue Rathaus, der Rat der Stadt wird an anderen Orten untergebracht.
  • Am 15. August 1952 erscheint die erste Nummer der „Lausitzer Rundschau“, versehen mit dem Untertitel „Bezirksorgan der SED“. Erst nach den politischen Veränderungen im Herbst 1989 wird die Zeitung ihrer parteipolitischen Bindung enthoben. Seit dem 18.1.1990 erscheint sie mit dem neuen Untertitel als „Unabhängige Tageszeitung“ und muss nun als Zeitung auf dem freien Markt bestehen.
  • Die Sorbische Oberschule wird am 1. September 1952 gegründet. Sie nutzt das Gebäude des alten Lehrerseminars, heute ist sie als Niedersorbisches Gymnasium eine der wichtigsten Schulen in der Niederlausitz. Seit mehr als fünfzig Jahren steht der Unterricht in sorbischer Sprache auf der Tagesordnung, auch wenn zeitweilig manches Unterrichtsfach nur in deutscher Sprache vermittelt wurde. 1964 treten neue Regelungen für den Einsatz der sorbisch/wendischen Sprache in Kraft, in deren Folge die Schülerzahlen stark zurückgehen. In der Gegenwart ist diese Schule ein Zentrum der Sprach- und Kulturpflege der Sorben/Wenden der Niederlausitz.
  • Ab dem 15. August 1952 findet an drei Tagen die II. Zentrale Spartakiade in Cottbus statt.
  • Am 16. August 1952 wird das neu erbaute Max-Reimann-Stadion durch den Cottbuser Bürgermeister Bertram und den Generalinspektor der Volkspolizei Karl Maron feierlich eingeweiht.

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