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Dreißigjähriger Krieg

Lithographie des Feldherrn Wallenstein

Von 1618 bis 1648 herrschte der Dreißigjährige Krieg, religiöse und machtbezogene Konflikte entluden sich im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation und in gesamt Europa. Einzelne Facetten dieser Zeit werden hier nach und nach präsentiert.

Einquartierungen und Truppendurchzüge

Am 14. Juni 1620 erlebten die Cottbuser die ersten Einquartierungen in ihren Mauern. Über 30 Jahre hinweg mussten sie, in ständiger Furcht um ihr Leben und ihr Hab und Gut unter den wechselnden Truppen leiden. Die Angst vor dem Krieg wurde zur Alltagserfahrung. Für die Bewohner der Stadt war es dabei beinah unwichtig, ob fremde Söldner in ihren Häusern Quartier bezogen oder ob die Truppen des brandenburgischen Kurfürsten sich hier einquartierten. Der Krieg sollte, entsprechend Wallensteins Devise, sich selbst ernähren. So waren es immer wieder die einfachen Bewohner der Stadt und des Kreises, die dem Wüten und Brandschatzen der Söldner ausgeliefert waren. Zwischen Freund und Feind zu unterscheiden war bereits während der ersten Einquartierungen schwierig. So sollten 1620 200 für Böhmen geworbene Soldaten durch Cottbuser Gebiet gekommen sein. Darüber wird berichtet, dass sie „Kuh und Kalb geschlachtet, die Ochsen aus dem Pfluge gespannt und gefressen, Kisten und Kasten aufgeschlagen und herausgenommen, was ihnen beliebt, […] Teiche abgestochen, den armen Leuten ihr Weib und Kind vor den sichtigen Augen geschändet und übel zugerichtet [haben]."1)

Die Cottbuser kamen in den nächsten Jahren zunächst kaum mit dem Krieg in Berührung. Erst 1626 nahm Wallenstein in der Stadt Quartier. Die Truppen des berühmten Feldherren zogen ebenso plündernd durch das Land wie andere auch. In Fehrow und Kolkwitz hinterließen sie ihre Spuren, ehe Wallenstein selbst im Cottbuser Schloss Quartier bezog. In alten Chroniken wurde berichtet, dass sein Heer damals ca. 40.000 Mann stark war. Von nun an mussten die Bewohner der Stadt und der umliegenden Dörfern ständig mit Einquartierungen leben. Der Landsknecht und Söldner wurde zum gewohnten Teil des Stadtbildes; selten sind die Tage, an denen Cottbus nicht mit Einquartierungen lebte. Für die Bewohner waren diese Söldner eine schwere Belastung. So waren sie verpflichtet, den Truppen Verpflegung und Unterkunft zu gewähren, für Pferdefutter zu sorgen und häufig verlangten die Feldherren auch noch Geldleistungen.

Eine Vielzahl unterschiedlicher Heere zog durch den Kreis Cottbus und bezog hier Quartier. Darunter Truppen aus Böhmen, Sachsen, Kroatien, Schweden und viele mehr.

Nicht nur die Plünderungen und Brandschatzungen machten den Einwohnern der Stadt zu Schaffen. Immer wieder brachten die Truppen auch Seuchen und Krankheiten mit sich. So trat 1626/27 die Pest in Cottbus auf, die ca. zwei Dritteln der städtischen Bevölkerung das Leben kostete.

Quellen:

1) Krüger, Dr. Gerhard: Die Herrschaft Cottbus und ihre Bevölkerung nach dem Dreißigjährigen Kriege. Cottbus 1936. S. 3.

Herold, Volkmar: Vom Ende des Dreißigjährigen Krieges bis zum Ausgang des 18. Jahrhunderts. In: Christl, Andreas u.a.: Geschichte der Stadt Cottbus. Cottbus 1994.

Bildquelle: Lithographie, Städtische Sammlungen Cottbus

Autor: Robert Büschel

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